Die Henne oder das Ei?

Beim betrachten der neusten Umfrage-Ergebnisse zur politischen Lage in unserem Land stellt sich wirklich die Frage, wie weit sich der Erdrutsch noch fortsetzt, der  am letzten Sonntag bei der Landtagswahl in Bayern seinen Anfang nahm.
Denn auch bundesweit gerät momentan einiges in Rutschen – und wenn ich mir die Zustimmung angucke, die die Groko noch in der Bevölkerung hat (zusammen nur noch 39%), dann stimmt mich das schon sehr nachdenklich, zumal sich da auch keine Trendwende abzeichnet.
Im Gegenteil scheint es, dass nach der Bayernwahl  weitere Dämme gebrochen sind und die Wähler  – unabhängig von Seehofers Sommertheater – die Regierungspolitik als ganzes nicht mehr mit tragen wollen.
Da hilft es auch nichts (mehr?), dass wohl partiell doch gute Arbeit geleistet wird, wenn auch eher unbeachtet. Die plakative Wirkung der  „Grosssprecher“ wie Spahn oder Seehofer und die Kraftlosigkeit der Kanzlerin überwiegen halt und kleistern alles zu, was vielleicht doch positiv läuft.
Darunter leidet insbesondere die SPD, deren Aussenwirkung nur noch konzeptlos erscheint und vollkommen die Fähigkeit vermissen lässt, klare Kante und eigenes Profil zu zeigen.Grafik : (C)Klaus Stuttmann

Und das ist wirklich schade, denn es reicht nun nicht mal mehr für grün-rot-rot.
Selbst, wenn man den Mut dazu aufbringen würde. Wobei diese Kombination in der aktuellen Wählergunst mit 42% sogar noch drei Prozentpunkte mehr Zuspruch hätte als die Groko .
Allerdings mit den Grünen als Führungspartei, die inzwischen mit gutem Abstand nach unten zur zweitstärksten politischen Kraft im Lande geworden sind:Das ist immerhin ein erfreulicher Aspekt des Debakels, für den man der mangelhaften Arbeit der Groko fast dankbar sein kann.

Bleibt allerdings die Frage, was gewesen wäre, wenn die SPD sich seinerzeit nicht auf eine erneute Koalition mit der Union eingelassen hätte?
Und ich glaube fast, dann würde es jetzt anders aussehen im Land…..

Der Sekt blieb zu

Eigentlich hätte die Überschrift meines letzten Beitrages ja auch ganz gut zu diesem Thema hier gepasst, denn es war ja schon nach den letzten Umfragen klar, dass es bei der Bayernwahl ordentlich scheppern  und CSU und SPD die Quittung für das Sommertheater in Empfang nehmen würden, das Herr Seehofer zu verantworten hat.
Seine Versuche, die AfD rechts zu überholen und sein Umgang mit der Causa Maassen – der übrigens immer noch im Amt ist – sind zu gestern zu Recht von den Wählern  sanktioniert worden, wobei die SPD gleich mit über die Klinge springen musste:Beide „Volksparteien“ (welches Volk da wohl gemeint ist?) haben heftig verloren, die CSU ein Fünftel ihrer Wähler, die SPD sogar über die Hälfte.
Gewonnen haben vor Allem die Grünen und – dummerweise – auch die AfD: Was allerdings zu erwarten war – und im Falle der AfD sogar deutlich weniger ist, als die Vorhersagen befürchten liessen…

Bleibt aber die Frage, was das bayrische Wahlergebnis nun für Konsequenzen haben wird?

In Bayern selbst zeichnet sich ja schon eine Lösung ab:
CSU und Freie Wähler werden wohl koalieren und eine „bürgerliche“ rechtskonservative Regierung bilden, die auch die nächste Legislaturperiode halbwegs gut überstehen wird. Soweit also keine allzugrosse Änderung, ausser dass Herr Söder nicht mehr alleine regieren kann.

Spannender ist die Frage, welche Auswirkungen der gestrige Erdrutsch auf die Bundespolitik haben wird?
Vielleicht nicht in den nächsten 14 Tagen – denn bis zu Wahl in Hessen werden alle die Füsse still halten – aber danach?

Sollte es da zu einem ähnlich desaströsen Ergebnis für CDU und SPD kommen (was sich jetzt schon abzeichnet), wird es in der grossen Koalition wohl heftig krachen.
Frau Nahles jedenfalls dachte gestern schon halblaut darüber nach, „dass sich was ändern muss“.  Und da wird es wohl kaum reichen, dass Seehofer möglicherweise seinen Hut nehmen wird….
Klar ist, dass sich gerade die SPD deutlicher um ein eigenes Profil bemühen muss – und das wird ihr als Juniorpartner in einer grossen Koalition immer weniger gelingen, wie sich ja schon zu Beginn der unseligen Groko abzeichnete., von der ich immer noch denke, dass sie nie zu Stande hätte kommen dürfen.

Da sind also noch einige Fragen offen –  ganz im Gegensatz zu unserer Sektflasche, die wir für den Fall kalt gestellt hatten, dass die CSU unter 30% landet.
Aber die wird uns hoffentlich dann zu Diensten sein, wenn Seehofer abgetreten wird.

Mia Ned!

Am Sonntag wird es sicher spannend!

Deshalb ist jetzt schon klar, dass bei uns ab 18:00 Uhr mal wieder zwei Fernsehprogramme parallel laufen werden, um ja keine Hochrechnung zu verpassen.
Schliesslich wird die Bayernwahl wohl drastische Veränderungen in diesem politisch doch relativ stabilen Bundesland bringen. Zuungunsten der bisherigen Regierungspartei, die sicher nicht mehr alleine regieren kann.
Wobei die letzten Umfragen sogar ein Bündnis ganz ohne die CSU möglich erscheinen lassen, wenn die Anderen sich zusammen raufen könnten.
Was aber eher unwahrscheinlich erscheint.
Immerhin wird wohl kaum etwas ohne die Grünen gehen – und das freut mich sehr.

Weniger erfreulich, dass vermutlich auch die Kackblauen im Bayrischen Landtag sitzen werden, wenn auch weniger stark, als sie im Bundestag vertreten sind….

Dass Wahl-„Propaganda“ nicht langweilig sein muss, beweist dieses Video, dass eine Zusammenarbeit von gut hundert bayrischen Künstlern (Künstler mit Herz) darstellt und sich kritisch mit dem Wahlprogramm der Kackblauen auseinandersetzt.

Wobei der Begriff „Propaganda“ hierfür ja nicht wirklich zutrifft, so humorvoll und doch nachdenkenswert, wie es gemacht ist. Irgendwie typisch bayrisch und auf seine Art möglicherweise ein Vorbild für ähnliche  – bundesweite -Kampagnen?
So rasant, wie der Clip sich gerade im Netz gerade verbreitet, wird er hoffentlich helfen, die kackblaue Partei in Bayern noch unter die zehn Prozent zu drücken, die die letzte Umfragen für sie ausweisen 😎

Schaumermal.

Spannend wird auch sein, was nach der Wahl passiert, wenn die mühsam gehaltene Fassade der CSU zerbrechen wird. Das wird vermutlich Auswirkungen bis nach Berlin haben, wo der Stuhl der Parteivorsitzenden im Heimatministierium steht.
Wenn Seehofer fällt, wird es dieses Ministerium möglicherweise auch nicht mehr geben, dass alleine ihm zu Ehren vor ein paar Monaten erst eingerichtet wurde.
Und fallen wird er, wenn die Basis der CSU seinen Kopf fordert….
Genau wie Söder, den er mitreissen wird.

Kleines Schmankerl am Rande:
Da hat sich doch allen Ernstes der Herr Stoiber zu Wort gemeldet – der  Ex-Ministerpräsdent mit dem Bahnhof.
Der behauptet nun, das bayrische Dilemma läge alleine an den vielen zugereisten Deutschen – immerhin eine Million in den letzten zehn Jahren. Die würden nämlich nicht verstehen, wie bayrische Politik  – also die der CSU -funktioniert….

Zwischenbilanz

Sorry, dass es nun doch wieder politisch wird – aber mir geht es da wie meinem Namensvetter Luther:

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“


Angesichts des  aktuellen Umfragedesasters herrscht ja plötzlich hektische  Betriebsamkeit in der Hauptstadt.

Festgemacht an der Causa Maassen und wohl auch in der Hoffnung, durch heftiges Rückwärtsrudern die Liebe des Volkes zurück zu erobern.
Fraglich allerdings, ob dieser plötzliche Tatendrang und ein nun endlich rollender Kopf eines Behördenchefs eine nachhaltig Wende der Stimmungslage im Lande bewirken wird. Zumal damit die eigentlichen Ursachen des Problems ja wieder nicht angegangen werden, sondern lediglich an einem einzelnen Symptom des kranken Regierungsapparates herumgedoktort wird.
Die aktuellen Umfragewerte sind ja nicht ursächlich in der Person dieses Verfassungsschutzpräsidenten begründet, sondern in der schlechten Gesamtleistung derer, die in Berlin die Geschicke des Landes lenken wollen:

Schon seit Jahren eine Aneinanderreihung von Peinlichkeiten, Herumeiern, persönlichen Animositäten, Populismus und mangelnder Konsequenz – nicht nur gegen die rechten Umtriebe im Land.

Gute Regierungsarbeit sieht anders aus.

Und so hätte man spätestens nach dem katastrophalen Ergebnis der Bundestagswahl vor einem Jahr erkennen müssen, dass so nicht weiter gemacht werden kann.
Hat man aber nicht – im Gegenteil wurden schon die peinlichen Koalitionsverhandlungen gleich wieder zur Bühne für die Fortsetzung des selben Schauspieles, dass uns schon in den Jahren davor begleitet hat.Also logisch, dass es so kommen musste, wie es nun gekommen ist –  Die Regierungskoalition ohne Mehrheit in der Bevölkerung, die AfD zweitstärkste Kraft, ein Minister, der sich verdientermassen die Schulnote „Ungenügend“ eingefangen hat.
Und all das mit der Tendenz, dass keine Trendwende in Sicht ist, weil die handelnden Personen nur noch panisch reagieren und sich immer weiter von jeder Sacharbeit entfernen in ihrem hektischen Bemühen, das selbst in den Brunnen gestossene Kind doch noch zu retten.
Da fragt sich halt nur noch, wie lange es dauert bis dieses „Kind“ völlig ertrunken ist, denn eine Rettung ist unmöglich, solange so agiert wird.
Und das ist nicht nur die Schuld des Heimatminsters, sondern auch der anderen Beteiligten, die sich nicht in der Lage sehen, ihm wirklich nachhaltig auf die Finger zu klopfen.
Allen voran die Vorsitzende der SPD, die offensichtlich völlig kopflos agiert, statt konsequenterweise einen Schnitt zu machen und sich endlich aus dieser Regierung zu verabschieden, in der Sacharbeit nicht möglich ist. Denn das wäre wohl die einzige Möglichkeit, die SPD vor dem mit-in-den-Brunnen-gezogen-werden und der völligen Bedeutungslosigkeit zu retten.
Aber auch die Unfähigkeit der Kanzlerin trägt ihren Teil dazu bei:
Statt klarer Worte das gleiche Bild wie bei ihrem Vorgänger Kohl in seiner letzten Amtszeit als Kanzler: Aussitzen, abwarten und hoffen, dass der Sturm vorüber geht – aber keine Kraft mehr, das Ruder der Macht in die Hand zu nehmen und dagegen an zu steuern.
Nicht mal angesichts der Tatsache, dass nach dem Ende dieser Legislaturperiode sicher keine SPD-Regierung droht, sondern weitaus schlimmeres….

Wenn sich nicht beizeiten wirklich etwas ändert.
Beispielweise der Gestalt, wie es in einem Offenen Brief derzeit die Runde macht:

ES GIBT VIEL ZU TUN. PACKEN SIE ES AN.

Das einzige, was diesen Populisten das Wasser abgraben wird, ist Sacharbeit. Kümmern Sie sich um die wahren Probleme im Land und nicht um das, worüber irgendwer am lautesten schreit. Arbeiten Sie menschlich, sachlich und fachlich zusammen, zur Not auch in wechselnden Mehrheiten. Hören Sie auf, ständig mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen und wie die Kleinkinder „aber der war’s!“ zu plärren. Sie sind erwachsen und Sie tragen die Verantwortung für uns.

Und Sie, Frau Bundeskanzlerin: Zeigen Sie endlich Flagge. Tauchen Sie auf, sprechen Sie deutliche Worte. Sagen Sie uns endlich, wo die Reise hingehen soll. Hören Sie auf, sich bei aktuellen Themen tagelang in Schweigen zu hüllen oder Ihren Sprecher vorzuschicken. Seien Sie wütend, wenn es Grund dafür gibt. Zeigen Sie uns, dass Sie die Chefin in diesem Hühnerhaufen namens Regierung sind.

Deutschland geht es so gut wie lange nicht. Sie als unsere Volksvertreter haben genug Geld im Haushalt, um richtig was zu reißen für unser Land. Was Sie machen sollen, wollen Sie wissen? Bitte sehr, hier eine kleine Auswahl an Aufgaben:

…………………….
Weiterlesen auf Volksverpetzter.de

Fraglich allerdings ob es dazu kommen wird. Denn das würde ja bedeuten, dass eine totale Kehrtwende stattfinden müsste  – weg vom Reagieren und hin zum Agieren – ohne Rücksicht auf populistisches Geschwafel und vor allem auch ohne ständiges Starren auf die Schlange der sinkenden Stimmungszahlen.
Denn das vorrangige Ziel kann nur sein, – abseits solcher Nebenschauplätze wie Maassen oder der Parolen die aus der rechten Ecke vorgegeben werden – endlich gute Arbeit abzuliefern und die Dinge auf den Weg zu bringen, die wichtig für die Zukunft unseres Landes sind. Nur dann kann es die angestrebte Trendwende geben.


Soweit das – und nun wirklich Wochenende – wenn uns nicht wieder die Realität einholt.

Gespahnt

Nein, es waren nicht elfeinhalb Stunden, die ich heute unterwegs war, sondern fast dreizehn, wenn man mitrechnet, dass mein Arbeitsbeginn heute schon um 4:15 Uhr war, als die erste Kollegin mich anrief, um mitzuteilen, dass sie heute nicht arbeiten könne.  Quasi noch vor dem ersten Kaffee.

Um 4:40 Uhr, ich sass schon im Auto, der zweite Anruf mit einer weiteren Krankmeldung.

Zwanzig Minuten später, inzwischen  in der Firma, war meine erste Amtshandlung, zwei Touren soweit auf die restlichen Kollegen aufzuteilen, dass alle  Kunden bis zum Arbeitsbeginn unserer Logistik um 9:00 Uhr versorgt werden und die zweite, dafür zu sorgen, dass ein Kollege, der gestern abend bis 21:30 Uhr gearbeitet hat, nicht erst wie geplant um 8:00 Uhr zum Dienst erscheint, sonderen eine Stunde früher, um die Fehlbesetzung mit aufzufangen.

Meine eigene Tour konnte ich folglich erst mit mehr als einer Viertelstunde Verspätung  um 5:45 Uhr beginnen und musste nebenher noch zwei Kunden zusätzlich integrieren, die vorher auf dem Plan einer der beiden Erkrankten standen…..
Was dann zur Folge hatte, dass ich eine Stunde länger zur Patientenversorgung  unterwegs war, als ursprünglich geplant.

Soweit alles ganz alltäglich und völlig normal, jedenfalls, wenn man Hintergrunddienst hat so wie ich heute.
Also standen nach meiner Rückkehr ins Büro schon mal 10:15 Stunden auf meinem Stundenzettel  statt der 7:00 Studen, die eigentlich mein tägliches Soll sind.

In diesen trockenen Zahlen noch nicht enthalten ist der zusätzliche Aufwand mit der Anleitung und ständigen  Motivation des Schülers, der momentan mein dienstlicher Schatten ist.
Die  machte sicher nochmal eine gute dreiviertel Stunde aus, die nicht auf meinem Stundenzettel auftaucht –  sich aber exakt definieren lässt, wenn ich mir angucke, wann ich wieder zurück im Büro hätte sein müssen und damit  vergleiche, wann ich definitiv im Büro war.
Dazu dann noch ein -beinahe ergebnisloses  – Kooperationsgespräch mit der Schule , von der dieser Schüler kommt, macht nochmal eine halbe Stunde obendrauf.
Macht in der Summe 11:30 Stunden, dazu eine  knappe halbe Stunde Pause und eine Stunde Arbeitsweg…..

Dreizehn Stunden können ja so kurz sein.


Und dann lese ich, das unsere Flachpfeife von Gesundheitsminster vorschlägt, wir Teilzeit-Pflegekräfte sollten doch 3 Stunden zusätzlich in der Woche arbeiten, damit es der derhinsiechenden Pflege in diesem Lande besser ginge…

Dazu kann ich nur sagen:

„Gerne Herr Spahn, wenn zuvor sichergestellt ist, dass meine durchchnittliche tägliche Arbeitszeit  wirklich nur  noch die vertraglich vereinbarten 7:00 Stunden beträgt und nicht 8:40 Stunden, wie es  zur Zeit der Fall ist….
Solange das nicht passiert, bin ich nicht bereit, noch mehr zu arbeiten als ich es ohnehin schon tue.“

Und damit bin ich nicht alleine, wie der veritable Shitstorm beweist, der sich unter dem verlinkten Beitrag der Tageschau -und nicht nur dort – findet.

Denn im Grunde ist dieser  Vorschlag  des Ministers ein erneuter Schlag ins Gesicht aller Pflegekräfte,  eine Frechheit und Provokation, die auf nichts anders abzielt, als die eigene Unfähigkeit zu verschleiern, konkrete Lösungen  für die Themen Bezahlung und Arbeitsbedingung in unserem Beruf auf den Weg zu bringen.

Aber gut, dass Spahn es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft hat.
Immer nur Seehofer wäre ja auch langweilig.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es zweier Tassen Kaffee bedurfte, um diesen Blogbeitrag zu formulieren und zu schreiben.Ohne meine Droge wäre ich dazu nach diesem Tag nicht mehr fähig gewesen. Denn dann würde ich schon längst schnarchend und ohne Abendessen im Bett liegen.

Schlimmer

Allgemeine Sprachlosigkeit war das Erste, als gestern bekannt wurde, dass Herr Maassen eben nicht entlassen wird, sondern im Gegenteil sogar noch die Karriereleiter hinauf fällt.
Unvorstellbar; diese Entscheidung!

Aber wir wissen ja, es kommt immer noch schlimmer, wenn der Name Seehofer im Spiel ist:
Und so wurde heute bekannt, dass der  Staatssekretärsposten für Herrn M. wohl nur die Notlösung war, weil er nicht – wie von  Herrn S. eigentlich vorgeschlagen – zum neuen Chef des Bundesrkriminalamtes werden durfte…..

Man stelle sich nur mal vor,  Herr S. hätte sich damit durchsetzen können…
Damit wäre das BKA dann vollends auf dem rechten Auge erblindet gewesen – und nicht nur sehbehindert, wie das jetzt schon  der Fall ist. Zudem wäre  dieser Schritt  für Herrn M. noch eine Belohnung gewesen, denn  damit hätte er  sich ganz legal ins Handeln der Exekutive einmischen und dessen Richtlinien vorgeben können.
Mal ganz zu schweigen von seinen fragwürdigen Kontakten  zur Kackblauen Partei, die damit noch mehr der notwendigen Strafverfolgung entzogen worden wäre, als das ohnehin schon der Fall ist.

Aber die Mittel dazu hat Herr M. wohl auch auf seinem neuen Posten.
Als „Staatssekretär für Sicherheit“ gehört auch die Kontrolle der Bundespolizei und der öffentliche Sicherheit  zu seinen Aufgaben.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt….

Doch derweilen wächst der Unmut im Lande, denn diese Berliner Entscheidung zeigt nicht nur, wie schwach die Bundeskanzlerin und auch die SPD inzwischen sind – so schwach, dass Herr S. beinahe ihr komplettes Handeln diktiert und sie am Nasenring durch die Manege ziehen kann.

Gut zusammengefasst hat das Robert Habeck , Vorsitzender der Grünen, dessen Blogbeitrag  dazu ich hier gerne teile:

„Und die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD bestätigen jedes Vorurteil von Vetternwirtschaft und Selbstbedienungsmentalität in der Politik. Sie schaden dem Ansehen und der Funktionsfähigkeit von Behörden. Wenn man jemanden, der Unsicherheit schürt und seinen Posten für eine eigene politische Agenda missbraucht, auch noch belohnt, setzt man ein verheerendes Signal für die Funktionsfähigkeit des Staates.“

Und er hat Recht!

Denn das Berlinder Desaster war heute  sowohl bei Kollegen als auch bei Kunden omnipräsent, genau wie das Unverständnis dafür  und auch immer wieder die Frage, wohin das nun noch führen wird…
Und dazu  gelegentlich die Überlegung, ob Frau Nahles von der SPD nun wohl Maulsperre hat ob der riesigen Kröte, die sie da schlucken musste.
Selbst hartgesottene alte SPD-Mitglieder in meinem Kundenkreis können ihr da nicht mehr folgen und denken inzwischen laut über den Austritt aus dieser (so wörtlich)

„Partei der Schande“

nach….

Und ganz ehrlich:
Wäre ich Mitglied der SPD, dann würde ich spätestens jetzt auch diesen Schritt machen. Mit dieser Partei ist wirklich kein Blumentopf mehr zu gewinnen, so weit, wie sie sich inzwischen von ihren ursprünglichen Zielen entfernt und ihre Eigenständigkeit aufgegeben hat.

Beamtenbagger

Ein Lehrstück aus dem Tollhaus, dass sich „deutsche Politik“ nennt:

Man muss nur genug Mist bauen, wenn man ohnehin schon eine hohe Besoldung hat, um dann auch noch weiter befördert zu werden!

Insofern war die Karrikatur von Klaus Stuttmann heute morgen etwas schnellschüssig, denn jetzt bleiben sie wohl beide in Amt und Würden: Damit hat wirklich keiner gerechnet :-/
Und das werden wohl viele auch nicht verstehen und nicht gut heissen.

Bleibt zu hoffen, dass die Bayrischen Wähler nun noch mehr aufwachen und der Heimatministerpartei samt Berliner Koalitionspartnern einen wirklich deutlichen Denkzettel verpassen, noch deutlicher, als sich das jetzt schon abzeichnet. Fünfunddreissig Prozent – wie in der letzten Umfrage – haben die jedenfalls nicht verdient!

Schreibblockade?

Die letzten Tage komme ich zu nix – ausser Arbeiten, Schlafen und ein wenig Fernsehen. Also kurz gesagt,  das übliche…..
Deshalb gab es hier auch nur etwas Konservenkost.

Dabei hätte es durchaus einige Themen gegeben, die der genaueren Beleuchtung wert gewesen wären:
Angefangen vom Koalitionskrach über den Präsidenten des Verfassungschutzes – über unsere untätige Rauten-Frau, die ihres Zeichens Chefin des Haufens ist:VieraffenÜber Nazi-Aufmärsche in Köthen und Anderswo, über Seebrücken-Demonstrationen in Köln und Anderswo, über Menschen, die sich einem Energiekonzern entgegenstellen und im Hambacher Forst die letzten Bäume verteidigen, und noch vieles mehr, was mir gerade nicht einfallen will.

All das wird vermutlich jetzt ungeschrieben bleiben, weil einfach die Zeit dafür nicht da war –  bzw. ich sie mir nicht nehmen wollte.

Denn schliesslich musste ich an diesem Wochenende Prioitäten setzen:

Sofazeit gegen Schreibtisch hocken, Nachmittagsschläfchen gegen Blogbeitrag, Tatort gegen Computerzeit, um das verpasste nachzulesen?
Arbeiten war ja leider Alternativlos, um die „Raute“ nochmal zu zitieren.

Wie die jeweiligen Entscheidungen ausgegangen sind, brauche ich eigentlich  nicht weiter zu beschreiben, jedenfalls haben Sofakuscheln, Schläfchen und Tatort gewonnen.
Was ich nicht bereut habe, denn  der Nachmittagschlaf war erholsam  und  der Tatort war richtig gut mit seinen schnell geschnittenen Bildfolgen und Grosstadtszenen. Dass es zudem auch noch völlig unerwartete Auflösungen gab, war dazu noch das „Tüpfelchen auf dem I“

Nun, wie auch immer:
Morgen habe ich frei und eigentlich auf dem Zettel, nach dem Ausschlafen und Besuchen bei beim Doktor und beim Optiker meines Vertrauens  wenigstens einen Teil der fehlenden Reiseberichte aus Polen noch fertig zu stellen, so dass es hier wieder mehr zu lesen gibt.

Schaunmermal, wie das alles so klappt.

Bundestagsgeplänkel

Wer gestern den grossen Show-Down in Berlin erwartet hatte, ist heute sicherlich enttäuscht. Tatsächlich ist es den  zwei Herren mit den zweifelhaften Ansichten mal wieder gelungen, fest auf ihren Sesseln kleben zu bleiben, obwohl ihre Rücktritte – nicht nur nach meiner Ansicht – überfällig wären: Aber – sich gegenseitig stützend – haben sie es nochmal geschafft , alle Hürden in den parlamentarischen Ausschüssen zu nehmen, obwohl immer noch weitere skandalöse Einzelheiten auftauchen. Unter anderem – jetzt gerade wo ich an diesem Beitrag schreibe – die Information, dass Seehofers Schützling geheime Informationen des Verfassungschutzes an die AfD durchgereicht hat.
Deshalb ist dieser gestrige Teilerfolg der Beiden sicher auch nicht endgültig.
Es stellt sich  nach wie vor die Frage, wie lange die das noch durchalten (können). Bis zur  für die CSU ohnehin schon verlorenen Bayernwahl am 14. Oktober – oder nicht?

Klar ist jedoch:
Fällt der Eine, wird auch der andere seinen Hut nehmen müssen. So oder so.


Besser gefallen hat mir allerdings, was sich gestern auch im Bundestag begeben hat:

Endlich haben mal Abgeordnete der SPD klare Kante gegen die Gauland-Truppen gezeigt und deutlich gesagt, was von den Kackblauen zu halten ist.
So deutlich, dass diese dann geschlossen den Plenarsaal verlassen haben.Insbesondere Martin Schulz mit seiner Replik auf Gaulands „Vogelschiss-Aussage“ und Johannes Kahrs mit seiner deutlichen, der AfD den Spiegel vorhaltenden Ansage haben mir wirklich gut gefallen, auch wenn es dem gerade amtierenden Bundestagsvizepräsidenten  Friedrich von der CSU eine ernsthafte Ermahnung  an die Adresse des Hern Kahrs wert war, wie das auch in dem im zweiten Link enthaltenen Video zu sehen ist.
Irgendwie klar, dass man die AfD in Schutz nehmen muss, wenn man aus dieser Ecke kommt.

Dennnoch:

Solche Ansagen wie von diesen beiden SPD-Politikern  wünsche ich mir häufiger, zeigen sie doch, dass nicht die ganze Regierungskoalition sich aufs Niveau der braunen Truppe zu begeben bereit ist.