Hach

Was war das doch früher schön, als in der Weihnachtszeit der einzige Schmuck in Nachbars Garten aus einer Lichterkette bestand, die liebevoll um den verschneiten Tannenbaum im Vorgarten drapiert war . Dazu noch  – wie bei unseren Nachbarn – der Schwibbogen  im Wohnzimmerfenster und eine leise flackernde Kerze in jedem Fenster, das zur Strasse raus ging. Stimmungsvoll und Gemütlichkeit ausstrahlend war das damals bei uns auf dem Dorf schon einen Sensation.

Aber damit würde man heute wohl keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken. Aufrüstung – um nicht zu sagen: Wettrüstung – ist angesagt, wie schon vor Jahren in einer wunderbaren Folge der Stenkelfeld-Radio-Comedy karrikiert.
Bis zum Overkill der zusammenbrechenden Stromversorgung.

Klar, dass das Geblinke und die weihnachtliche Lichterketten-Orgie  vor dem eigenen Schlafzimmerfenster nicht allen gefällt – mir ja auch nicht.
Trotzdem würde ich wohl nicht zu derart radikalen Mitteln greifen wie in folgendem Video dokumentiert:

Aber meinen Respekt hat die alte Dame, die – Zivilcourage zeigend – ein Zeichen gegen den Weihnachts-Geblinke-Wahnsinn setzt.
Schade eigentlich nur, dass keiner ihr noch eine Leiter zur Verfügung gestellt hat.
Trotzdem, der gute Wille zählt – auch in der Weihnachtszeit 🙂

In diesem Sinne:

Euch allen ein schönes und geblinkefreies drittes Advents-Wochenende 🙂

Dezemberlicht am Veringkanal

Gute Vorsätze sollte man ja in die Tat umsetzen – und so bin ich vorhin zu Fuss zu meinem Doktor gelaufen – immer in Etappen von 200-300 Schritten und zunehmend flüssiger, je länger ich unterwegs war. Immerhin hab ich meine Rezepte bekommen, aber natürlich war der Befund von letzter Woche noch nicht da, um dessen Willen ich eigentlich dahin wollte :-/

Deshalb habe ich mir dann überlegt, ich könne ja auf dem Rückweg noch einen kleinen Umweg am Kanal entlang drehen , um mein heutiges Trainingsprogramm noch ein wenig zu ergänzen:So war ich dann heute gute viereinhalb Kilometer unterwegs und habe auch gleich noch ein paar Bilder mitgebracht, weil gerade so ein schönes Dezemberlicht war: (Ihr kennt das: Klick ausfs Bild -> Bild gross 🙂 )

Die Soulkitchen-Halle, bekannt geworden durch den Film von Fatih Akin, danach kurzzeitig Eventhalle und Disco, dann von der Stadt wegen angeblicher Baufälligkeit geschlossen und für den Abriss bestimmt, steht nun seit sechs Jahren leer:

Kleine Idylle zwischendurch:

Blick von der Brücke an der Neuhöfer Strasse nach Norden:

und nach Süden – im Hintergrund der Wilhelmsburger Wasserturm:

Und natürlich die „Katzenkocherei“, hier schon mal Thema, eigentlich eine Fettraffinerie und wegen ihrer je nach Windrichtung abgesonderten, absonderlichen Düfte so genannt.
Aber selbst die wirkt in diesem Licht ganz ansehnlich:
Wilhelmsburger Industrieromantik halt 😎

Da ist mir allerdings der Blick von der Fussgängerbrücke auf  Wassersturm und  Wilhelmsburger Krankenhaus schon lieber: Immerhin ist es von da aus nicht mehr weit nach Hause – Fünfhundert Schritte hab ich gezählt …

Und ja, es ging ganz gut so, wenn ich auch meine Zeit für die Strecke gebraucht habe.
Aber das kann jetzt durchaus als Versuch für weitere Fotoexpeditionen in die nähere und weitere Umgebung durchgehen. Allemal, wenn das Licht so ist wie heute. 🙂

Für irgendwas muss es ja gut sein

Vorhin – im Parkhaus beim Biomarkt – sind wir über ein Schild gestolpert, dass wir beide in der Form auch zum ersten Mal gesehen haben:Reservierte extra breite Parkpplätze für ältere Menschen wie mich, nicht allzu weit von den Aufzügen entfernt.
Sicher ein gut gemeintes Angebot und durchaus der Nachahmung wert, so sich denn die anderen Autofahrer daran halten.

Aber dabei dürfte wohl ein ähnliches Problem auftauchen wie mit Mutter-Kind-Parkplätzen, denn solche breiten Parkbuchten sind ja immer ein gefundenes Fressen für die Fahrer extra breiter SUVs, denen sonst ein Verlassen ihrer Fahrzeuge kaum möglich ist, weil die Aussenmasse grösser sind als die Abmessungen der üblichen Stellflächen in Parkhäusern (wie wir auch vorhin beobachten konnten).

Trotzdem:
Ein nettes Angebot der Parkhausbetreiber – das auf alle Fälle 🙂

Das neue Vierzig?

„Sechzig ist das neue Vierzig“

Auch so ein Slogan, der in der letzten Zeit des öfteren mal zu lesen war.
Und endlich kann ich mir selbst ein Urteil erlauben, ob der wirklich stimmt.

Wobei ich selbstkritisch vermerken muss, dass ich mich trotz meiner altersbedingten Zipperlein und diverser Ersatzteile – die mir das Leben erleichtern – nicht so fühle wie Menschen, die ich als Sechzigjährige vor Augen habe aus meiner Kindheit,   meiner Jugend oder meinem Leben als Zwanzig- oder Dreissigjähriger…
Die kamen mir nämlich damals wahnsinnig alt vor, nicht nur vom körperlichen Aspekt, sondern auch in ihrem ganzen Habitus – der Rente näher als der Lehre, altmodisch sowohl in der Kleidung als auch ihren Ansichten.
Gut, auch meine Rente ist jetzt in greifbarer Nähe, vielleicht sogar schneller, als ich damit gerechnet habe.
Aber so alt fühle ich mich deswegen trotzdem nicht.

Dennoch bin ich heute ein anderer, als ich mit Vierzig oder Fünfzig war. Und das nicht nur, weil sich die Umstände meines Lebens seither geändert haben.
Der Unterschied, so wie ich ihn selbst bemerke, liegt vor allem in den Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gemacht und in der Gelassenheit, die ich dadurch gewonnen habe.

Immer öfter kommt mir der Gedanke, das mein Leben gut ist, so wie es ist.
Mit meiner Liebsten, den Fellnasen und in der kleinen Welt, in der ich lebe und mich regelmässig bewege.
Also kein „Sturm und Drang“ mehr, kein Wunsch mit dem Kopf durch die Wand zu laufen, um an Ziele zu gelangen, die sich bei näherer Betrachtung dann doch nicht als lohnenswert erweisen.
Ich muss auch nicht mehr jeder Mode und jedem Trend hinterher laufen, weil ich zufriedener geworden bin ist dem, was ist und mit dem, was ich habe.
Und das ist gut so!

Wenn das „alt“ ist, dann bin ich gerne „alt“.
Denn das ist eine Qualität des Lebens, die mir mit Vierzig oder Fünfzig noch völlig abgegangen ist und auf die ich ungerne verzichten würde.
Dafür nehme ich Zipperlein und Ersatzteile gerne in Kauf – falls die der Preis dafür sind. Ein billiger Preis im Übrigen, wie ich finde….

Was nun nicht heisst, dass ich keine Ziele oder Wünsche mehr habe.
Im Gegenteil, die gibt es durchaus, wenn auch weniger materieller Natur und etwas realistischer als früher.

Bis auf ein Ziel vielleicht, das noch weit in der Zukunft liegt:
Alt zu werden zusammen mit meiner Liebsten – so alt, dass wir irgendwann zusammen  so glücklich an der Elbe sitzend die Abendsonne geniessen können wie dieses Paar:
Und vielleicht auch noch so alt, das wir zusammen die goldene Hochzeit feiern werden….

Nur Eins weise ich weit von mir:

Altmodisch fühle ich mich nicht, selbst wenn meine Kleidung sicher nicht mehr dem neusten Trend entspricht und sich in meinen Ansichten manches finden lässt, das man als „Produkt meiner Erziehung“(oder meiner Erfahrungen?) bezeichnen könnte. Das mag aus Sicht einer jüngeren Generation zwar reichlich „Retro“ (Danke meiner Geliebten für  dieses Stichwort) sein, aber warum sollte ich daran etwas ändern, wenn es sich als gut und richtig für mich erweisen hat?

Aber gut.
Wie  war nochmal die These aus dem ersten Satz?

„…..Das neue Vierzig?“

Nein, das kann ich wohl nicht unterschreiben. Dieser Satz drückt mir einfach zu viel Unzufriedenheit aus. Warum sollte ich etwas hinterherlaufen, was meine Vergangenheit ist?
Ich würde wirklich nicht nochmal Vierzig sein wollen angesichts dessen, was ich seither gelernt und an Erfahrungen gesammelt habe. Da war zwar auch viel schönes dabei, aber manche Dinge aus dieser Zeit muss ich einfach nicht nochmal haben.

Deshalb lautet mein Fazit auch eher so:

„Ich  bin Sechzig und das ist gut so!“

In diesem Sinne also:

Schneller laufen

Nein, ich hadere nicht mit dem, was da gerade mit mir passiert.

Auch nicht, wenn das, was nun vor mir liegt wieder mit einer Menge Unwägbarkeiten verbunden ist, die möglicherweise am Ende eine ganz andere Richtung vorgeben als die, die ich mir / wir uns eigentlich vorgestellt hatten.
Aber das werden wir erst in ein paar Monaten wissen, wenn sich zeigt, wie weit ich mit meinen Gehübungen komme.
Im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne.

Deshalb ist es auch müssig, sich jetzt schon Gedanken um das zu machen, was dann sein könnte.
Arbeitsfähig oder nicht, Job behalten oder nicht, Arbeitslosigkeit, Rente, Grad der Behinderung, sinnvolle Beschäftigung, wenn es mit Arbeiten nicht mehr geht?
Fragen, auf die es im Augenblick keine Antwort gibt, die aber trotzdem im Hintergrund wabern und mich  – zugegeben –  auch mitten in der Nacht aus dem Bett treiben,  obwohl ich genau weiss, dass ich dafür gerade keine Lösungen finden kann.
Immerhin  erwachsen aus diesen Fragen erst mal keine wirtschaftlichen Probleme, auch wenn sich natürlich einige Einbussen ergäben wenn ich nicht mehr arbeiten könnte. Trotzdem hätten wir unser Auskommen.
Und das ist schon mal gut zu wissen.
Alles andere wird sich finden – muss sich finden, wenn es soweit ist.

Geduld ist also gefragt, bevor neue Pläne gemacht werden können. Mehr nicht.
Abwarten und Tee trinken – und natürlich laufen, soviel ich schaffe.
Bis an die Grenze des Schmerzes und darüber hinaus.
Wieder lernen, sich nur auf den nächsten Schritt zu konzentrieren.
Auch das im wörtlichen und übertragenen Sinne.

Denn wenn ich unterwegs bin, so wie gestern beim Einkaufen, kommt unweigerlich irgendwann der Punkt, wo es erst mal nicht mehr weiter geht, eine Pause nötig ist, ein Kräfte sammeln, bevor ich weiter laufen kann. Und auch der Ärger über meine Beine, die nicht das machen wollen, was mein Kopf möchte, die mich hindern, an das Ziel zu kommen, das ich vor Augen habe.
Aber der Ärger bringt mich auch keinen Schritt weiter, das habe ich schon vor drei Jahren gelernt, als es ja genau so war.
Richtig voran ging es damals erst , als angefangen habe, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, als ich akzeptieren konnte, dass Langsamkeit mein neues Tempo ist, egal, wie schnell die Welt um mich herum sich dreht:

„Schneller laufen als meine Beine mich tragen geht halt nicht.
Punkt.“

Das hatte ich fast vergessen in den letzten Monaten, in denen ich einfach mitgelaufen bin, als das Hamsterrad sich immer schneller drehte.
Nicht dass ich denke, dass es daran nun liegt, dass jetzt dieser Rückschlag kam.
Nein, das Hamsterrad ist wohl nicht Schuld, sondern  eher ich selbst, der ich nicht rechtzeitig die Signale ernst genommen habe, die mein Körper mir gegeben hat.
Wobei ich nicht denke, dass damit zu verhindern gewesen wäre, dass  der Bypass sich zu setzt. Das wäre wohl so oder so passiert.
Nur vielleicht etwas später.
Oder es wäre eher bemerkt worden.

Aber egal.
Es ist wie es ist!

Um es mit Tolkien zu sagen:

Die Straße gleitet fort und fort,
Weg von der Tür, wo sie begann,
Weit überland, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fußes nach,
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.

Also schaunmermal, was die nächsten Tage und Wochen so bringen – angefangen mit dem CT-Termin am nächsten Mittwoch, der die vorgestrige Diagnose noch  vertiefen wird und weiter mit dem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, der in der Woche darauf folgen wird.
Dann wird sich vielleicht zeigen, wie es weiter geht…. ein wenig…

Morgen also!

Vorhin hab ich mir die Einweisung geholt, und dann muss es morgen nun wohl sein.
Mal wieder ein paar Tage ins Krankenhaus und wieder in der Vorweihnachtszeit.
Darauf scheine ich ja inzwischen abonniert zu sein.

Aber irgendwie muss ja  abgeklärt werden, was nun mit meinen Beinen los ist, warum ich so schlecht laufen  und kaum noch schmerzfrei mehr als eine Etage Treppen steigen kann.
So wie jetzt ist das ja schliesslich auch kein Zustand.
Mal bloss gut, dass die Liebste morgen frei bekommen hat und mich den Tag über begleitet. Erst zur Notaufnahme und dann hoffentlich auf die Station  -„meine“ Gefässchirugie, auf der ich ja schon ein paar mal (unfreiwillig) zu Gast war….
Eben mit dem Unterschied, dass ich dieses mal freiwillig dahin gehe.
Und alles weitere wird sich dann hoffentlich finden.

Leicht gefallen ist mir die Entscheidung jedenfalls wirklich nicht.
Aber besser so, als wenn sich das Kopfkino bis zu regulären Termin am 14. Dezember immer weiter gedreht hätte  und mir dabei die abstrusesten Diagnosen durchs Gehirn geschossen wären, was dass denn nun sein könnte….(Das ist halt der Fluch, wenn man als altgedienter Krankenpfleger zumindest ein solides Halbwissen in medizinischen Dingen hat.)
Doch immerhin habe ich es dieses mal geschafft, nicht jedem dieser Hirngespinste nachzugeben und Doktor Google zu befragen.
Bisher jedenfalls.
Obwohl die Versuchung gross war….. zugegeben.

Also morgen und dann wird man sehen!

Gut auch, dass ich gestern noch geschafft habe, meine Dienstkarre zu putzen – mehr schlecht als Recht zwar, aber der gute Wille zählt hoffentlich. Denn die wollte meine Firma unbedingt zurück holen – wie immer, wenn jemand länger krankheitsbedingt ausfällt und nicht absehbar ist, wann er wieder arbeiten kann.
Was aber auch nicht schlimm ist, denn mobil bin ich ja trotzdem.
Und guten Gewissens hätte ich das Auto so nicht zurück geben können, wie es war.
Die Stunden, die ich darin täglich zubringe hinterlassen halt doch ihre Spuren :-/

Gut, wie gesagt, dass das erledigt ist, dann muss die Liebste nicht noch meinen Dreck wegmachen….

Alles nix….

Ich hab ’ne ganze Zeit überlegt, ob ich das hier schreibe, was ich jetzt hier schreibe.
Denn eigentlich will ich diesen Blog nicht mit meinen Krankengeschichten voll spammen, selbst wenn er als Tagebuch gedacht ist, in das solche Geschichten wohl auch gehören.
Und was anderes hab ich gerade auch nicht zu erzählen.

Nachdem ja in den letzten Tagen meine Beingeschichten immer weiter eskaliert sind, bin ich heute doch beim Doc gewesen, wenn auch mit wenig Erfolg bezüglich einer schnellen Besserung.
Denn so richtig konnte er sich auch nicht erklären, wo nun die Ursache des Übels liegt, zumal er in der Praxis auch nicht wirklich über die nötigen Geräte für eine Diagnose verfügt.
Dazu wird also auf jeden Fall nötig sein, dass ich zur Untersuchung ins Gefässzentrum fahre und ggf. auch noch zusätzlich ein CT meiner Wirbelsäule gemacht werden muss, um abzuklären, ob die Beschwerden mit meinen Rückenschmerzen in Verbindung stehen, die auch immer noch da sind.
Um den Termin im Gefässzentrum wollte er sich selbst kümmern, da es ja noch drei Wochen sind bis zu dem von mir vereinbarten Termin.
Erreicht hat er aber leider nichts, so dass ich notfallmässig wohl doch ins Krankenhaus muss, wenn sich da nichts bessert in den nächsten Tagen.

So lange also weiter (und mehr) Novalgin und nur so viel Bewegung wie ich aushalten kann, wobei die aktuelle Kälte da nicht viel möglich macht…  Und falls das nicht reicht, würde er mir auch noch was Stärkeres verschreiben.
Arbeiten geht jedenfalls nicht, weshalb er mich auch gleich bis Anfang Dezember aus dem Verkehr gezogen hat.

Soweit in dürren Worten der Stand der Dinge, wobei mich der nun wahrlich nicht glücklich macht…..
Nicht nur, weil sich da gerade noch keine richtige Perspektive zeigt und dadurch manches in die Schwebe geraten ist, sondern auch, weil ich mich durch die Schmerzen doch ziemlich eingeschränkt fühle….

Nicht weit, aber gerade unerreichbar

Eigentlich wollte ich ja noch was aus der Packstation abholen, aber das geht nun gerade nicht. Denn gleichzeitig mit der Benachrichtigung, dass mein Paket dort liegt, kam auch diese Meldung:Dumm, denn damit liegt die Packstation jetzt in der Sperrzone: Aber immerhin muss ich nicht aus dem Haus wie die Bewohner des Altenheimes (mit den weissen Dächern), 100 Meter vom Bombenfund entfernt….
Die beneide ich nun nicht, genau so wenig wie die Kollegen, die da jetzt die Evakuierung vor sich haben und begleiten müssen.

Das Paket liegt ja warm und trocken und kann gut auch noch bis morgen warten.

Narrhallamarsch

§ 1
Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Die Strassenverkehrsordnung und die Karnevalszeit – zwei Dinge, die auf den ersten Blick eigentlich wenig miteinander zu tun haben.

Oder vielleicht doch?

Klar, sollte man nicht angeschickert Auto fahren und auch den Narrhallamarsch nicht gerade auf der Autobahn tanzen – aber sonst?

Tja….

Betrachtet man aber  mal die letzten beiden Teilsätze des 2. Satzes, dann wird da doch ein passender Schuh draus:

 ….. oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Da steht nämlich was von „Belästigung “ und „unvermeidbar“ ,  und damit sind wir schon beim Kern der Geschichte:

Denn nicht alle Menschen lieben die sogenannte  “ 5. Jahreszeit“ und das damit verbundene „närrische“ Treiben – ich als geborener  und damit von Geburt an karnevalsferner Ostwestfale und zugezogener und bewusst in einer karnevalsfreien Stadt lebender  Beutehanseat schon mal gar nicht.

Deshalb halte ich es auch für durchaus vermeidbar, an einem  Sonntag Morgen kurz nach fünf – noch nicht ganz ausgeschlafen und auf dem Weg zur Arbeit – vom Nachtprogramm der ARD aus dem Autoradio heraus mit dümmlichen Zweizeilern, Tschingderassabum  und Karnevalsmusik beschallt und noch dämlicheren Karnevalswitzen eines Radiomoderators belästigt zu werden, der  anscheinend der Meinung ist, der sogenannte „rheinische Frohsinn“ sei der Nabel der Welt und dies sei Anlass genug, dass alle seine Hören nun schunkelnderweise den Tag beginnen müssten….
Und meine Kolleginnen hätten wohl ausgesprochen konsterniert aus der Wäsche geguckt, wenn ich wirklich seiner Aufforderung gefolgt wäre und sie im Vorgriff auf den eigentlichen Beginn der kollektiven Dummsinns (um 11:11 Uhr, wie wir alle wissen) schon mal bützchenderweise begrüsst hätte.

Sowas gehört sich einfach nicht und ist auch in keiner Weise mit der „hanseatischen Zurückhaltung“ zu vereinbaren, die ich an unserer schönen Hansestadt so schätze….Davon könnte sich der Sender gerne mal eine Scheibe abschneiden –  von der Zurückhaltung meine ich:

Schliesslich erwarten wir Nordlichter ja auch nicht, dass alle Welt sich mit „Moin Moin“ begrüsst und zwangsweise mit  Shanties oder Seemannslieder  beglückt  werden muss, nur weil gerade mal wieder der Hafengeburtstag oder die Kieler Woche ausgebrochen sind.

So gesehen ergibt sich also durch aus der Verbindung zwischen dem §1 der Strassenverkehrsordnung  und dem rheinischen Jeckentum – nicht nur, was die Aufforderung zur gegenseitigen Rücksichtnahme und die Vermeidbarkeit von Belästigungen angeht, auch die Gefahr durch plötzlich schunkelnde -und damit Schlangenlinien fahrende Verkehrsteilnehmer ist nicht zu unterschätzen.

Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden:

Von mir aus kann jeder Karneval feiern soviel er möchte, solange  er damit nicht die Nerven seiner Mitmenschen strapaziert, die damit nichts zu tun haben wollen.
Soviel Rücksichtnahme sollte  auch bei allem geballten Frohsinn möglich sein!

Zurück geblickt und vorwärts gedacht

Heute vor drei Jahren war ja kein so guter Tag, der  – in der Rückschau betrachtet – so Einiges in meinem Leben in eine andere Richtung geschoben hat, als ursprünglich mal geplant.
Lange Strecken laufen ist seither nicht mehr, auch wenn es insgesamt nicht ganz so schlimm gekommen ist, wie damals befürchtet.

Immerhin kann ich noch arbeiten, auch wenn es Tage gibt, an denen meine Einschränkungen  und die damit verbundenen Schmerzen beim Laufen – oder beim Arbeiten in der Hocke – doch ganz gut zu schaffen machen. Dann geht ohne Schmerzmittel nichts und ich fühle mich unbeweglich und sehr unsicher auf den Beinen. Genau so  wie in den letzten Tagen an der Ostsee, an denen ich mal wieder gemerkt habe, dass doch nicht alles so gut ist, wie ich das gerne hätte – selbst wenn ich an jedem dieser Tage meine neun, zehn Kilometer gelaufen bin.
Das ging im Sommer an der Nordsee und auch in Polen noch deutlich besser –  vielleicht auch, weil es da noch wärmer war und meine Muskulatur deswegen besser durchblutet?

Trotzdem waren es wunderbare Tage auf dem Darss und wir haben allerhand schönes gesehen.
Auch der Abstand zum Alltag hat uns beiden gut getan – wie bei der Liebsten ausführlich nachzulesen (1, 2, 3, 4) – weshalb ich jetzt nicht nochmal das Rad neu erfinde und einen eigenen Reiseberichte schreibe.
Bei sowas ist sie einfach schneller als ich, und mir – wie im realen Leben  auch – immer ein paar Schritte voraus.
Auch ein Grund, warum ich meine Frau so liebe <3

Aber dennoch werfen die letzten Tage und Wochen einige Fragen auf, die ich nicht so einfach beiseite wischen mag:

Allen voran die, ob das nun mal wieder ein vorübergehendes Problem ist mit meinen körperlichen Schwierigkeiten, ein Winterphänomen, dass immer in der kalten Jahreszeit auftritt, oder ob ich nun damit rechnen muss, dass sich insbesondere meine wieder zunehmenede Gehbehinderung erneut als ein grösseres Problem entpuppen wird?
Und, sollte zweiteres zutreffen, welche Möglichkeiten es gibt, dem entgegen zu steuern?
Beides Fragen, die ich mir momentan nicht beantworten kann ohne vorher nochmal eine Untersuchung im Gefässzentrum hinter mich zu bringen…. und mich ggf. noch weiter beraten zu lassen.

Also heisst es mal wieder Temine machen  und dann:

Schaunmermal……