Sicher ist sicher!

Vorsicht ist de Mutter nicht nur der Porzellankiste, sondern auch unseres weihnachtlichen Zimmerschmuckes, den ich heute gekauft und inzwischen auch an die ihm zugedachte Stelle im Wohnzimmer gestellt habe.

Vorher waren allerdings noch einige kleinere Umbaumassnahmen nötig, damit auch Platz ist an dem Platz –  leicht behindert durch die fernschriftlichen Einwürfe einen gewissen Dame, die unbedingt vorab schon mal Fotos sehen wollte.
Aber dem Wunsch bin ich trotzdem gerne nachgekommen, denn schliesslich bin ich mit der Dame ja verheiratet und sie soll natürlich auch wissen, wer da jetzt vorübergehend bei uns einzieht.
Also hab ich nach dem Eintopfen die Tanne zwischendurch mal schnell geknipst und ihr dieses Bild geschickt-noch auf ihrem provisorischen Standort auf dem Balkon – um anschliessend meine Umräumaktion fortzusetzen.

Nicht ganz fair allerdings die  – möglicherweise etwas vorschnelle – Antwort meiner Liebsten, die meinte, ich würde mich wohl nicht trauen – der Katzen wegen:

„Feigling !“

Zwar traue ich den Fellnasen in Bezug auf Tannenwälder im Wohnzimmer wirklich nicht – in solchen Dingen ist meine Liebste weitaus risikofreudiger als ich, genau wie im mit den echten Kerzen am Baum – aber schliesslich habe ich ja mit entschieden, dass wir dieses Jahr den Versuch wagen wollen….. und so was lasse ich mir auch nicht nachsagen!
Also hab ich jetzt nach vollzogenem Umbau ganz mutig  das nackte Bäumchen ins Wohnzimmer gestellt und Posten auf dem Sofa bezogen, um mögliche Unglücke gleich vorab zu verhindern.

Sicher ist schliesslich sicher!

Das neue Vierzig?

„Sechzig ist das neue Vierzig“

Auch so ein Slogan, der in der letzten Zeit des öfteren mal zu lesen war.
Und endlich kann ich mir selbst ein Urteil erlauben, ob der wirklich stimmt.

Wobei ich selbstkritisch vermerken muss, dass ich mich trotz meiner altersbedingten Zipperlein und diverser Ersatzteile – die mir das Leben erleichtern – nicht so fühle wie Menschen, die ich als Sechzigjährige vor Augen habe aus meiner Kindheit,   meiner Jugend oder meinem Leben als Zwanzig- oder Dreissigjähriger…
Die kamen mir nämlich damals wahnsinnig alt vor, nicht nur vom körperlichen Aspekt, sondern auch in ihrem ganzen Habitus – der Rente näher als der Lehre, altmodisch sowohl in der Kleidung als auch ihren Ansichten.
Gut, auch meine Rente ist jetzt in greifbarer Nähe, vielleicht sogar schneller, als ich damit gerechnet habe.
Aber so alt fühle ich mich deswegen trotzdem nicht.

Dennoch bin ich heute ein anderer, als ich mit Vierzig oder Fünfzig war. Und das nicht nur, weil sich die Umstände meines Lebens seither geändert haben.
Der Unterschied, so wie ich ihn selbst bemerke, liegt vor allem in den Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gemacht und in der Gelassenheit, die ich dadurch gewonnen habe.

Immer öfter kommt mir der Gedanke, das mein Leben gut ist, so wie es ist.
Mit meiner Liebsten, den Fellnasen und in der kleinen Welt, in der ich lebe und mich regelmässig bewege.
Also kein „Sturm und Drang“ mehr, kein Wunsch mit dem Kopf durch die Wand zu laufen, um an Ziele zu gelangen, die sich bei näherer Betrachtung dann doch nicht als lohnenswert erweisen.
Ich muss auch nicht mehr jeder Mode und jedem Trend hinterher laufen, weil ich zufriedener geworden bin ist dem, was ist und mit dem, was ich habe.
Und das ist gut so!

Wenn das „alt“ ist, dann bin ich gerne „alt“.
Denn das ist eine Qualität des Lebens, die mir mit Vierzig oder Fünfzig noch völlig abgegangen ist und auf die ich ungerne verzichten würde.
Dafür nehme ich Zipperlein und Ersatzteile gerne in Kauf – falls die der Preis dafür sind. Ein billiger Preis im Übrigen, wie ich finde….

Was nun nicht heisst, dass ich keine Ziele oder Wünsche mehr habe.
Im Gegenteil, die gibt es durchaus, wenn auch weniger materieller Natur und etwas realistischer als früher.

Bis auf ein Ziel vielleicht, das noch weit in der Zukunft liegt:
Alt zu werden zusammen mit meiner Liebsten – so alt, dass wir irgendwann zusammen  so glücklich an der Elbe sitzend die Abendsonne geniessen können wie dieses Paar:
Und vielleicht auch noch so alt, das wir zusammen die goldene Hochzeit feiern werden….

Nur Eins weise ich weit von mir:

Altmodisch fühle ich mich nicht, selbst wenn meine Kleidung sicher nicht mehr dem neusten Trend entspricht und sich in meinen Ansichten manches finden lässt, das man als „Produkt meiner Erziehung“(oder meiner Erfahrungen?) bezeichnen könnte. Das mag aus Sicht einer jüngeren Generation zwar reichlich „Retro“ (Danke meiner Geliebten für  dieses Stichwort) sein, aber warum sollte ich daran etwas ändern, wenn es sich als gut und richtig für mich erweisen hat?

Aber gut.
Wie  war nochmal die These aus dem ersten Satz?

„…..Das neue Vierzig?“

Nein, das kann ich wohl nicht unterschreiben. Dieser Satz drückt mir einfach zu viel Unzufriedenheit aus. Warum sollte ich etwas hinterherlaufen, was meine Vergangenheit ist?
Ich würde wirklich nicht nochmal Vierzig sein wollen angesichts dessen, was ich seither gelernt und an Erfahrungen gesammelt habe. Da war zwar auch viel schönes dabei, aber manche Dinge aus dieser Zeit muss ich einfach nicht nochmal haben.

Deshalb lautet mein Fazit auch eher so:

„Ich  bin Sechzig und das ist gut so!“

In diesem Sinne also:

Kommunikationsproblemlösungsversuch

Meine Schlaflosigkeit kann auch teuer werden.
Nicht nur, weil zusätzlich Licht brennt und mein Computer läuft, sondern auch, weil unsere Fellnasen dann meinen, es ist Frühstückszeit. Was ja eigentlich nicht schimm wäre, wenn ich mich dann nicht nochmal wieder ins Bett legen würde.
In dem Fall nämlich ergaunern sie – unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – bei der Liebsten gleich nochmal eine Füllung der Näpfe, wenn diese ein, zwei Stunden später aufsteht, während mindestens die Hälfte der von mir verabreichten Ration friedlich vor sich hin trocknet und später in den Müll wandert…. wie auch die Reste der zweiten Ration, die natürlich auch nicht aufgefressen wird.

Zu deutsch:
Unser Katzenfutterverbrauch ist drastisch angestiegen seit ich zuhause bin.
Also stellt sich die Frage, wie daran etwas geändert werden könnte – und wie meine Liebste und ich die Kommunikation diesbezüglich verbessern können – zumal ich  ja nicht unbedingt auch gleich wach bin, wenn sie aufsteht.

Dabei wäre eine Nachricht im Messenger sicher eine Lösung, das Hinlegen eines Zettels eine andere.
Der allerdings könnte im morgendlich Trubel auch leicht weg geweht werden.Ein entsprechendes Wandtattoo ginge wohl auch, wenn auch etwas überkandidelt  und möglicherweise zur Folge habend, dass die lieben Kleinen gar nichts mehr bekommen.
Das scheidet also aus.

Bleibt aber noch diese Bastel-Variante:Das Tattoo einfach ausgedruckt, in einen Bilderrahmen gepackt und auf die Küchenarbeitsplatte platziert. Das kann ich dann einfach aufstellen, wenn ich die Näpfe schon gefüllt habe… Und doppelte Rationen sind Geschichte!

Also, Problem erkannt – Problem gebannt  😎

Alles wie gehabt

Nun ist also klar, wo der Hase im Pfeffer liegt  und im Grunde könnte ich diesen Beitrag genauso betiteln wie den, den ich vor etwas mehr als drei Jahren schrieb:

Es hätte schlimmer kommen können

Denn genau das gleiche ist passiert.
Wieder ist  ein Bypass zu, diesmal der auf der linken Seite. Und wieder ist es so, dass es realistischerweise kaum eine andere Möglichkeit gibt, als mit Infusionen, Schmerzmitteln und Gehtrainig zu versuchen, zurück zuf halbwegs erträglichen Laufstrecken zu kommen.
Denn einen erneuten Bypass zu legen könnte zwar möglicherweise kurzfristig helfen, würde aber die Lage deutlich verschlechtern, falls der dann auch wieder zu geht. Womit man durchaus rechnen muss, denn die Lebensdauer dieser Art von Bypässen beträgt in der Regel nicht mehr als vier bis sieben Jahre….
Es war also zu erwarten, was da nun passiert ist.

Immerhin – und auch da gleicht die aktuelle Lage der von vor drei Jahren – ist auch diesmal die Blutversorgung des Beines durch die Kollateralen, also die Oberflächen-Arterien so gut, dass mein Fuss nicht gefährdet ist, sondern lediglich die Lauffähigkeit eingeschränkt.

Nicht schön, aber dennoch besser als das, was es gestern auszuschliessen galt:
Einen Verschluss in höheren Regionen des Beines oder gar in der grossen Becken-Arterie.

Und so ist also jetzt auch klar, wie es weiter geht:
In den nächsten Tagen werde ich nochmal geplant ins Kankenhaus gehen, eine Infusionstherapie bekommen und mich anschliessend wieder in den Kreisverkehr begeben, wie auch vor drei Jahren schon mal. Möglicherweise auch mit einer Wiederholung in ein paar Wochen.
Eine Aufnahme gestern war ja nicht wirklich möglich, nachdem ich nach sieben Stunden Wartezeit in der Notaufnahme wahrscheinlich nur ein Bett auf dem Flur bekommen hätte.
Darauf habe ich lieber dankend verzichtet, denn der Zeitgewinn von ein paar Tagen hätte die damit verbundenen Unbequemlichkeiten nun wirklich nicht aufgewogen.
Dann lieber geplant und in Ruhe….

Offen ist jetzt aber noch die Frage, wie sich mein Arbeitgeber dazu stellen wird, wenn ich wieder ein paar Monate ausfalle.
Denn es steht ja noch eine Verlängerung meines Arbeitsvertrages aus, der ursprünglich so geschlossen war, dass er mit dem Monat meines sechzigsten Geburtstages endet -also Ende Dezember. (Das meinte ich, als ich neulich schrieb, dass einiges in die Schwebe geraten ist)
Darüber wird noch zu reden sein und ggf. auch eine andere Lösungsmöglichkeit zu suchen, wenn klar ist, ob und wann ich wieder arbeitsfähig bin.
Falls nicht, wird wohl auch das Thema Rente zur Diskussion stehen.

Aber schaunmermal.

Im Augenblick bin ich jedenfalls ganz zuversichtlich, dass sich auch da ein Weg findet.
So oder so.
Insofern war es auch gut, gestern Klarheit bekommen zu haben und zu wissen, wie nun die nächsten Schritte sein werden. Nicht leicht, aber zu bewältigen.
Und auch gut, dass ich dieses mal nicht alleine hier in Hamburg hocke, sondern dass meine Liebste mich begleiten und ggf. mit sanftem Nachdruck in den Kreisverkehr schicken wird, wenn es mir selbst  an Motivation mangelt.

Also werde ich mich heute mal um ein Bett im Krankenhaus bemühen und  – wenn das geklärt ist – nochmal bei meinem Doktor aufschlagen, um mit ihm das Weitere zu besprechen. Und nächste Woche dann das Gespräch mit meiner Firma suchen um auch hier schon etwas Klarheit zu bekommen.

Wie gesagt:
Es hätte schlimmer kommen können.

Terra incognita

Damals war ich noch abenteuerlustig.

Es war ja auch noch was relativ Neues für mich, quer durch Deutschland zu reisen, um die Liebste am ersten Ort ihrer Welttournee zu besuchen…
Und so nahm an diesem Tag – heute vor fünf Jahren  – meine Leidenschaft für ein entschleunigtes Reisen abseits der üblichen Routen auf der Autobahn ihren Anfang und wurde in den folgenden Jahren zum Running-Gag im Freundeskreis, der immer wieder im liebevoll-lästerlichen Versprechen gipfelte, mir einen „Feldwege-Atlas“ zu schenken.
Müssig zu erwähnen, dass ich diesen speziellen Atlas nie bekommen habe, obwohl sich in der Folge meine Leidenschaft für die Landfahrerei  mehr und mehr manifestierte und fast schon neurotische Züge annahm.

Synonym dafür wurde ein kleiner Ort in der Magdeburger Börde, einsam mitten im Naturschutzgebiet am Mittellandkanal gelegen – Piplockenburg, der aufgrund meiner „Eskapaden“ im Freundes-und Bekanntenkreis doch eine gewisse Berühmtheit erlangte, so dass damals in meinem Kopf der Plan reifte diesen Ort noch einmal – möglichst bei Tageslicht – zu besuchen 🙂
Alleine schon aus nostalgischen Gründen – aber auch, weil mich im Lauf der kommenden Monate der Gedanke durchaus gereizt hat die Gegend dort noch genauer zu erkunden.

Dazu ist es aber leider nie gekommen, obwohl es während der „Leipziger Zeit“ die Gelegenheit durchaus gegeben hätte. Immerhin führte meine Standard-Route zur Liebsten nur knapp zwanzig Kilometer daran vorbei….
Dumm halt nur, dass sich zu dieser Zeit die Abenteuerlust schon etwas abgenutzt hatte und nicht mehr der Weg, sondern das Ziel das Ziel war – und die Fahrerei sich mehr als lästiges Übel denn als Lustgewinn erwies.
Landstrasse gefahren bin ich zwar zu der Zeit auch, aber mehr aus praktischen Erwägungen heraus….

So wird Piplockenburg wohl ein Ort bleiben, dem, obschon da objektiv betrachtet wohl nicht viel zu sehen ist, auch weiter eine gewisse Mystik innen wohnen wird.
Zumal auch kein Grund mehr besteht,  auch nur in die Nähe dieses Ortes zu kommen.
Denn das Fernbeziehungsleben ist ja vorbei – zum Glück….

Was nicht heisst, dass es jetzt keine Abenteuer mehr gibt und nichts Unbekanntes mehr vor mir – vor uns  – liegt.
Im Gegenteil!

Nur werden diese Abenteuer ganz anderer Natur sein und wohl massgeblich davon geprägt, was die ärztlichen Bulletins der nächsten Wochen ergeben.

Schaumermal, welche Umwege und Entschleunigungen sich daraus dann ergeben…..

Anderweitig beschäftigt

Wochenende ist Wochenende.

Da kann man ja auch mal Abstand nehmen von dem, womit man sich die ganze Woche beschäftigt hat. Also in meinem Fall vor allem mit Bildern, Blogs und unserer „Internetpräsenz“ 😎

Stattdessen hab ich mal in fremden Revieren gewildert und mich auch  mit dem Stoff beschäftigt, den die Liebste gerade in der Mache hat.
Solange da nur die Kurbel der Kardiermaschine gedreht werden muss, kann sogar ich mit Wolle umgehen.
Zum Spinnen oder gar Stricken habe ich allerdings zu ungeschickte Finger . Da mische ich mich besser gar nicht erst ein.

Also fleeze ich auf dem Sofa, beschäftige mich mit meinem Buch oder dem Fernsehprogramm und geniesse einfach die Gemütlichkeit in der Wollwerkstatt… um vom leckeren Essen mal gar nicht erst zu reden..

So könnte das eigentlich immer sein 🙂

Drops lutschen

So langsam nähert sich meine Bilderschubserei ihrem Ende.
Immerhin bin ich jetzt schon mal in Polen angelangt, was das angeht.
Noch fünf Galerien, die erstellt werden wollen – und dann ist der Drops gelutscht.

Aprospos Polen:

Da muss ich ja hier auch noch die letzten Teile der Reiseberichte schreiben. Schliesslich wollen wir ja bald schon wieder in Urlaub fahren. Wieder in den Osten, wenn auch nicht ganz so weit.
Die Bleibe ist jedenfalls schon gebucht….
Und ja, ich freue mich auf den Darss 🙂

Und aprospos Drops:

Die werde ich mir wohl besorgen müssen, denn seit zwei Tagen plagt mich zunehmend Heiserkeit und die Stimme geht weg. Wo das nun wohl wieder dran liegt…
Singen fällt jedenfalls erst mal aus :-/

Gemütlich geht anders

„Ein Zuhause wird erst richtig gemütlich mit einer Katze“

So steht es jedenfalls auf einer Kachel, die wir vor Jahren mal auf einem Flohmarkt erworben haben. Was im Umkehrschluss ja auch bedeutet, dass es mit der Gemütlichkeit vorbei ist, wenn die Fellnasen -oder zumindest eine davon – mal nicht anwesend sind.

Und genau so ist es, denn von der Richtigkeit der oben zitierten These konnten wir uns gestern schmerzlich überzeugen:

Beim abendlichen Durchzählen an den Futternäpfen fehlte nämlich diese junge Dame, Frau Elli, unsere Unschuld vom Lande: Dem haben wir aber zunächst nicht viel Bedeutung zugemessen, denn es kommt schon mal vor, dass sie zuerst ihren Lebensabschnittsgefährten – den Herrn Hein  – fressen lässt, um dann später in Ruhe den leeren Magen füllen zu können.

Wirklich aufgefallen ist ihr Fehlen dann erst später, als wir gemütlich auf dem Sofa lümmelnd den Dienstagabendkrimi gucken wollten – eine Gelegenheit, zu der sich sonst immer die ganze Familie im Wohnzimmer versammelt – die Zweibeiner auf dem Sofa und die Vierbeiner auf dem Teppich davor oder daneben.:

Herr Hein war da, Frau Elli nicht.

Zu diesem Zeitpunkt wars dann mit der Gemütlichkeit vorbei und ein Absuchen aller bekannten Verstecke in der Wohnung begann.
Leider ohne Erfolg, wie auch alle Versuche, sie mit Leckerlis zu locken, denen sie sonst nicht widerstehen kann.

Auch die Erweiterung des Suchbereiches auf den Balkon führte zu keinem Ergebnis, so dass die Liebste – schon halb in Panik – anschliessend noch den Innenhof ins Visier nahm in der Befürchtung, unsere Mitbewohnerin könne unbemerkt vom Balkon gefallen sein.

Aber auch da: Nichts!

Blieb also nur noch die Hoffnung, dass Elli garstigerweise nicht gefunden werden wollte und möglicherweise feixend in einem Versteck hockte, das uns bisher entgangen war…

Ein Gedanke, der aber nicht wirklich zur weiteren Beruhigung beitrug.
Denn wir hatten wohl beide noch den Gedanken im Kopf, wie wir damals Fiete hinter seinem Sessel gefunden haben.

Und so hab ich mich nochmal auf den Weg nach unten gemacht – doppelt gemoppelt hält eben besser – während die Liebste  sich angesichts des drohenden morgendlichen Weckerklingelns  schon mal ins Bett legen wollte, allerdings ohne allzu grosse Hoffnung auf guten Schlaf.

Doch soweit kam es dann gar nicht, denn auf dem Weg nach unten entdeckte ich ein wohlbekanntes Fellkäuel unter dem Schuhschrank der Nachbarn, der im Treppenhaus steht.
Da sass sie also, unser Ausreisserin, die wohl doch Angst vor  der eigenen Courage bekommen hatte, nachdem sie unbemerkt aus der Wohnung geflitzt war, als die Liebste nach Hause kam.

Aber Elli sehen und sie einfangen sind zwei verschiedene Dinge.

Mir ist es jedenfalls nicht gelungen, während die Liebste sie anstandslos auf den Arm nehmen und in die Wohnung zurück tragen durfte….

Also Ende gut – alles gut.
Und die Gemütlicheit ist auch wieder hergestellt 🙂
Doch leider werde ich wohl nie erfahren, wer der Mörder war….


Und weil es gerade so gut passt:
Hier noch die Liebeserklärung eines anderen Katzenbesitzers 🙂

Köpfe mussten rollen

Immer wieder Sonntags setzt sich bei uns eine ausgeklügelte Produktionskette in Gang, wenn es um die Vorbereitung des gemeinsamen Abendessens geht:

Jedenfalls dann, wenn  zu der Gelegenheit frisches Gemüse auf den Tisch kommen soll.
Während die Liebste sich  dabei mit der Endproduktion am Herd beschäftigt, obliegt mir die Wareneingangskontrolle, die Herstellung der zur Endproduktion nötigen Vorstufen und Halbfertigprodukte sowie die Verantwortung für deren hygienische Einwandfreiheit.

Dazu gehört natürlich auch die Vorbereitung  die Sättigungsbeilage in Form geschälter, geschnittener und gesalzener Kartoffeln sowie die Vorbereitung des Arbeitsplatzes für die Köchin  – sprich: freigeräumte Arbeitsplatten – und des Esstisches in kompletter Eindeckung  mit dem notwendigen Geschirr und Besteck.

Das alles Just-in-Time, damit der Kochprozess zum Zeitpunkt X ungehindert anrollen und das fertige Essen in angemessenen Ambiente und angenehm warm verzehrt werden kann.

Die Nachbereitung nach vollzogener Mahlzeit liegtauch wieder bei mir und endet mit dem Einschalten der Spülmaschine.

Das alles an sich ja nichts besonderes und sicher Alltag in tausenden deutscher Haushalte, auch was die Rollenverteilung angeht.

Spiessig durch und durch und kaum des Berichtens wert.

Hätten nicht im Zuge des Produktionsablaufes heute Köpfe rollen müssen.
74, um genau zu sein. (Ja, ich habe wieder gezählt 😎 )

Denn das favorisierte Gemüse gab es diesmal am Strunk –  das erste Mal, dass wir das in dieser Form gekauft haben:Viel Arbeit also, ein wenig fliessbandmässig sogar, bis das Gemüse in seine Bestandteile zerlegt war, nicht essbare Teile von den für den Verzehr bestimmten getrennt und diese für die Übergabe an die Endproduzentin präpariert waren. Aber das mache ich gerne, denn frischer kann Rosenkohl nicht sein.

Nun noch Kartoffel schälen, und dann nachher noch Tisch decken, während im Fernsehen die Wahlberichterstattung aus München läuft.
Und dann Feierabend und Tatort, denn die Küche kann ich auch morgen aufräumen 🙂

Wobei ja mit über 23 Grad eigentlich kein Rosenkohlwetter ist – da wäre  eher ein frischer Salat angesagt – oder, zum Anlass passend  – Weisswürste mit Krautsalat und Brezn samt zünftigem Weissbier. Aber davon lassen wir uns nicht abhalten, trotzdem unser Wunschgemüse zu verzehren.

Fertig mit Berlin….

Nicht dass ich etwas gegen die Haupstadt hätte … nein, überhaupt nicht, solange ich da nicht wohnen muss.
Aber trotzdem bin ich doch ganz froh, dass ich die jetzt hinter mir lassen kann.
Bildermässig zumindest.

Denn inzwischen bin ich immerhin soweit, dass alle Bilder aus den alten Fotoblogs bis hin zum Ende des Berliner Intermezzos jetzt in den neuen Fotoblog umgesiedelt und eingepflegt sind.
Aber ich bin trotzdem  sicher, es wird nicht das letzte Mal sein, dass dort Bilder aus Berlin erscheinen.

Gerade heute ist meine Liebste ja wirder in Berlin und dort zusammen mit 149.999 anderen Menschen unterwegs, um gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren.Eine unvorstellbare Zahl, hatten doch selbst die Veranstalter mit gerade mal 40.000 Teilnehmern gerechnet. Aber diese Zahl scheint halbwegs gesichert zu sein. Auch, wenn die Polizei –  wie üblich  – mal wieder nur sehr vage  von „mehreren Zehntausend“ Teilnehmer spricht.
Aber wenn selbst die renommierte  Zeit  von 150.000 Menschen spricht, gehe ich davon aus, dass die Zahl wohl stimmt.Immerhin neigen die eher zu hanseatischem Understatement.

Und irgendwie gerade richtig schade, dass ich nicht dabei sein kann….
Aber ich bin sicher, da wird es wieder reichlich Bilder geben…
Platz ist ja noch genug, auch wenn die restlichen 15 Monate noch umgezogen sind 😎

#unteilbar oder  #b1310 auf Twitter, falls jemand selbst den Verlauf verfolgen will.