Hach

Was war das doch früher schön, als in der Weihnachtszeit der einzige Schmuck in Nachbars Garten aus einer Lichterkette bestand, die liebevoll um den verschneiten Tannenbaum im Vorgarten drapiert war . Dazu noch  – wie bei unseren Nachbarn – der Schwibbogen  im Wohnzimmerfenster und eine leise flackernde Kerze in jedem Fenster, das zur Strasse raus ging. Stimmungsvoll und Gemütlichkeit ausstrahlend war das damals bei uns auf dem Dorf schon einen Sensation.

Aber damit würde man heute wohl keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken. Aufrüstung – um nicht zu sagen: Wettrüstung – ist angesagt, wie schon vor Jahren in einer wunderbaren Folge der Stenkelfeld-Radio-Comedy karrikiert.
Bis zum Overkill der zusammenbrechenden Stromversorgung.

Klar, dass das Geblinke und die weihnachtliche Lichterketten-Orgie  vor dem eigenen Schlafzimmerfenster nicht allen gefällt – mir ja auch nicht.
Trotzdem würde ich wohl nicht zu derart radikalen Mitteln greifen wie in folgendem Video dokumentiert:

Aber meinen Respekt hat die alte Dame, die – Zivilcourage zeigend – ein Zeichen gegen den Weihnachts-Geblinke-Wahnsinn setzt.
Schade eigentlich nur, dass keiner ihr noch eine Leiter zur Verfügung gestellt hat.
Trotzdem, der gute Wille zählt – auch in der Weihnachtszeit 🙂

In diesem Sinne:

Euch allen ein schönes und geblinkefreies drittes Advents-Wochenende 🙂

Selbstmotivation und Beschäftigungstherapie

Nachdem nun gestern auch die wesentlichen Punkte in Bezug auf meinen Job geklärt worden sind (sobald es geht: Wiedereinstieg über eine Wiedereingliederungsmassnahme, während der dann auch die weiteren Rahmenbedingungen fest gelegt werden), kommt nun die Phase meiner Beingeschichten, die sich erfahrungsgemäss als die am wenigsten einfache erwiesen hat:
Irgendwie muss ich es hin bekommen, regelmässig zu trainieren, damit meine schmerzfreie Gehstrecke grösser wird als die 150 Meter, die immer noch Stand der Dinge sind.

Dabei hat es sich ja auch beim letzten Mal schon als wenig motivierend erwiesen, immer nur im Kreis – und quasi ziellos – um den Block herum zu laufen, im Gegenteil war das eher frustrierend.
Einfacher ging es immer, wenn ich ein konkretes Ziel hatte oder eine nicht alltägliche Umgebung – wie damals in Leipzig, wo ich wirklich viel zu Fuss unterwegs war.
Aber Leipzig und die anderen Orte von Frau Momos Welttournee sind ja zum Glück  nun Geschichte, und so muss eine andere Lösung her:

Dabei bietet es sich  an, dass ich das Notwendige mit dem Nützlichen verbinde und zum Beispiel alle Einkäufe übernehme, die jetzt vor Weihnachten noch anfallen – soweit möglich zu Fuss, wenn ich die Sachen hier auf der Insel bekomme und die Einkäufe nicht all zu schwer sind, sonst halt mit dem Auto und dabei trotzdem bis an die Schmerzgrenze gehen.
Auch zum Doktor werde ich nachher laufen und damit mein heutiges Training absolvieren.

Ein weiteres Trainigsfeld findet sich hier in Haushalt, soweit ich dabei stehen muss.
Beispielweise beim Kochen, Betten machen, Wäsche aufhängen usw. – was auch ein Grund für meine aktuellen Küchenaktivitäten ist und gleichzeitig noch Spass macht. Wie gestern, als ich mal wieder ein altes Rezept aus unserem Küchenstudio „aufgewärmt“ habe:

Chili con Carne

Dafür hab ich nach meiner Rückkehr vom Gespräch in der Firma noch eingekauft und anschliessend eine gute Zeit in der Küche gestanden. Mit wirklich leckerem Ergebnis, dass nun gleich wieder für zwei Tage reicht. 🙂

Trotzdem wird das alles wohl noch nicht reichen.
Ich werde also überlegen müssen, wo sich noch Trainigsfelder finden, die ein „lohnendes“ Ziel bieten und genug Motivation um mit dem Hintern aus dem Sessel zu kommen.
Zum Glück habe ich ja dieses Mal ein Auto zur Verfügung, so dass ich bei der Auswahl meiner Ziele nicht nur auf unsere Insel beschränkt bin, sondern auch andere Orte ansteuern kann, die mir dann als Trainingsbasis dienen können…..

Das neue Vierzig?

„Sechzig ist das neue Vierzig“

Auch so ein Slogan, der in der letzten Zeit des öfteren mal zu lesen war.
Und endlich kann ich mir selbst ein Urteil erlauben, ob der wirklich stimmt.

Wobei ich selbstkritisch vermerken muss, dass ich mich trotz meiner altersbedingten Zipperlein und diverser Ersatzteile – die mir das Leben erleichtern – nicht so fühle wie Menschen, die ich als Sechzigjährige vor Augen habe aus meiner Kindheit,   meiner Jugend oder meinem Leben als Zwanzig- oder Dreissigjähriger…
Die kamen mir nämlich damals wahnsinnig alt vor, nicht nur vom körperlichen Aspekt, sondern auch in ihrem ganzen Habitus – der Rente näher als der Lehre, altmodisch sowohl in der Kleidung als auch ihren Ansichten.
Gut, auch meine Rente ist jetzt in greifbarer Nähe, vielleicht sogar schneller, als ich damit gerechnet habe.
Aber so alt fühle ich mich deswegen trotzdem nicht.

Dennoch bin ich heute ein anderer, als ich mit Vierzig oder Fünfzig war. Und das nicht nur, weil sich die Umstände meines Lebens seither geändert haben.
Der Unterschied, so wie ich ihn selbst bemerke, liegt vor allem in den Erfahrungen, die ich in der Zwischenzeit gemacht und in der Gelassenheit, die ich dadurch gewonnen habe.

Immer öfter kommt mir der Gedanke, das mein Leben gut ist, so wie es ist.
Mit meiner Liebsten, den Fellnasen und in der kleinen Welt, in der ich lebe und mich regelmässig bewege.
Also kein „Sturm und Drang“ mehr, kein Wunsch mit dem Kopf durch die Wand zu laufen, um an Ziele zu gelangen, die sich bei näherer Betrachtung dann doch nicht als lohnenswert erweisen.
Ich muss auch nicht mehr jeder Mode und jedem Trend hinterher laufen, weil ich zufriedener geworden bin ist dem, was ist und mit dem, was ich habe.
Und das ist gut so!

Wenn das „alt“ ist, dann bin ich gerne „alt“.
Denn das ist eine Qualität des Lebens, die mir mit Vierzig oder Fünfzig noch völlig abgegangen ist und auf die ich ungerne verzichten würde.
Dafür nehme ich Zipperlein und Ersatzteile gerne in Kauf – falls die der Preis dafür sind. Ein billiger Preis im Übrigen, wie ich finde….

Was nun nicht heisst, dass ich keine Ziele oder Wünsche mehr habe.
Im Gegenteil, die gibt es durchaus, wenn auch weniger materieller Natur und etwas realistischer als früher.

Bis auf ein Ziel vielleicht, das noch weit in der Zukunft liegt:
Alt zu werden zusammen mit meiner Liebsten – so alt, dass wir irgendwann zusammen  so glücklich an der Elbe sitzend die Abendsonne geniessen können wie dieses Paar:
Und vielleicht auch noch so alt, das wir zusammen die goldene Hochzeit feiern werden….

Nur Eins weise ich weit von mir:

Altmodisch fühle ich mich nicht, selbst wenn meine Kleidung sicher nicht mehr dem neusten Trend entspricht und sich in meinen Ansichten manches finden lässt, das man als „Produkt meiner Erziehung“(oder meiner Erfahrungen?) bezeichnen könnte. Das mag aus Sicht einer jüngeren Generation zwar reichlich „Retro“ (Danke meiner Geliebten für  dieses Stichwort) sein, aber warum sollte ich daran etwas ändern, wenn es sich als gut und richtig für mich erweisen hat?

Aber gut.
Wie  war nochmal die These aus dem ersten Satz?

„…..Das neue Vierzig?“

Nein, das kann ich wohl nicht unterschreiben. Dieser Satz drückt mir einfach zu viel Unzufriedenheit aus. Warum sollte ich etwas hinterherlaufen, was meine Vergangenheit ist?
Ich würde wirklich nicht nochmal Vierzig sein wollen angesichts dessen, was ich seither gelernt und an Erfahrungen gesammelt habe. Da war zwar auch viel schönes dabei, aber manche Dinge aus dieser Zeit muss ich einfach nicht nochmal haben.

Deshalb lautet mein Fazit auch eher so:

„Ich  bin Sechzig und das ist gut so!“

In diesem Sinne also:

Rauchzeichen

Viel zu erzählen hatten sich die beiden Herren  – und natürlich wurde auch gleich ein Pfeiffchen zusammen gepafft, als Ludwig (rechts) endlich angekommen war, sehnlich erwartet von Frieder, seinem älteren Bruder: Das wurde aber auch Zeit, denn schliesslich ist es kein Leben für einen ehrbaren Räuchermann, buchstäblich wochenlang in einem dunklen Karton eingesperrt durch die Gegend geschaukelt zu werden, weil der Götterbote auf den letzte Metern kaputte Flügelschlappen hat.

Zwei Wochen hat die Reise nun gedauert und am Ende war auch noch der Laternenarm ab 🙁

Aber gut, dass ich Holzkleber im Haus hatte, so war die fällige Notoperation schnell durchgeführt, bevor ich die Herren einander vorstellen konnte. Danach schmeckten die Pfeiffchen offensichtlich um so besser  – und allgemeine Zufriedenheit  (und weihnachtliche Wohlgerüche) machten sich breit: Der Ärger über Hermes war jedenfalls schnell verflogen.

Trotzdem wäre es wohl besser gewesen, wenn Ludwig, statt mit dem blauen Logistiker zu reisen lieber die gelbrote Konkurenz genommen hätte. Denn im Gegensatz zu Hermes läuft DHL gerade zu einer erstaunlichen Hochform auf. So brauchte in Paket aus der hintersten Ecke des Erzgebirges nicht mal 24 Stunden, während Ludwig, aus der Gegend um Frankfurt kommend, mehr als die zehnfache Zeit unterwegs war.

Woran man übrigens sieht, dass Frieder der Ältere ist?

Nun, dass ist ziemlich einfach: Frieder stammt ja noch aus seeligen DDR-Zeiten und ist um Einiges liebevoller gefertigt:
Man achte nur mal auf die gedrechselten Beine, die Holzmaserung, die bemalte Pfeife, auf seine Grösse und die  Proportionen. Ludwig dagegen ist fast einen Zentimeter kleiner, deutlich schlanker, schlechter lackiert  und auch sonst weniger aufwändig gestaltet. Dem merkt man den Rotstift der freien Marktwirtschaft doch deutlich an, die nach der Wende auch im Erzgebirge eingezogen ist.
Gegen Frieder wirkt er fast ein wenig ärmlich, der Arme:Aber was solls?
Hauptsache, die beiden Kerlchen verstehen sich gut – und das scheint ja der Fall zu sein, auch wenn der eine jetzt im Wohnzimmer rauchen muss, während der andere hier an meinem Schreibtisch wohnt …

Was zu erwarten war:

Nach der Ultraschall-Untersuchung in der letzten Woche war ja gestern der Termin für das CT, mit dem meinen Beinproblemen noch tiefer auf den Grund gegangen werden sollte.

Um es gleich vorweg zu nehmen:
Gravierend neue Erkenntnisse hat die Untersuchung auch nicht gebracht, aber  doch die Sicherheit, dass da jetzt nicht noch mehr ist als ein verstopfter Bypass im Knie.
Alles oberhalb der Kniee ist quasi ohne Befund, denn bis auf ein paar Kalkablagerungen findet sich nichts weiter aufregendes in meinen Arterien.

Sehr beruhigend also!
Denn mit der Erkenntnis kann ich leben.
Zwar ist es  gerade nicht so furchtbar prickelnd, dass ich lauftechnisch so eingeschränkt bin, aber zumindest weiss ich jetzt genauer, wie die Geschichte weiter gehen wird:

Wahrscheinlich nächste Woche gehts ins Krankenhaus für eine Serie Prostaglandin-Infusionen zur Gefässerweiterung und dann heisst es laufen, laufen, laufen, um die Kollateralarterien für ihre neuen  Aufgaben zu trainieren – nämlich das Blut an Unterschenkel und Fuss zu liefern, das durch den verstopften Bypass da nicht mehr hin gelangt.
Und zuhause geht es mit dem Laufenüben natürlich weiter, damit ich günstigstenfalls das gleiche Ergebnis erreiche, das diese Therapie auch auf der rechten Seite schon gebracht hat.

Damit könnte ich dann sogar wieder arbeiten, wenn meine regelmässige Laufstrecke wieder bei 400-500 Metern ohne Schmerzen liegt.
Ein Ziel, das durchaus realistisch ist und wohl lediglich eine Frage der Zeit und meiner Motivation, den Hintern vom Sofa zu kriegen.Im Übrigen versuche ich auch jetzt schon, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu laufen, damit ich den Prozess schon mal anstosse.
Mit entsprechend Schmerzmitteln geht das.

Die Alternative, nämlich einen neuen Bypass zu legen, hat sich gestern quasi von selbst erledigt, als sich herausgestellt hat, dass damit nur einer der drei Arterienäste im Unterschenkel versorgt werden könnte und so das Risiko grösserer Schäden deutlich steigt, falls dieser dann auch wieder zu gehen sollte – von den OP-Riskien mal ganz abgesehen.

Das muss ich beides nicht haben.

Schneller laufen

Nein, ich hadere nicht mit dem, was da gerade mit mir passiert.

Auch nicht, wenn das, was nun vor mir liegt wieder mit einer Menge Unwägbarkeiten verbunden ist, die möglicherweise am Ende eine ganz andere Richtung vorgeben als die, die ich mir / wir uns eigentlich vorgestellt hatten.
Aber das werden wir erst in ein paar Monaten wissen, wenn sich zeigt, wie weit ich mit meinen Gehübungen komme.
Im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne.

Deshalb ist es auch müssig, sich jetzt schon Gedanken um das zu machen, was dann sein könnte.
Arbeitsfähig oder nicht, Job behalten oder nicht, Arbeitslosigkeit, Rente, Grad der Behinderung, sinnvolle Beschäftigung, wenn es mit Arbeiten nicht mehr geht?
Fragen, auf die es im Augenblick keine Antwort gibt, die aber trotzdem im Hintergrund wabern und mich  – zugegeben –  auch mitten in der Nacht aus dem Bett treiben,  obwohl ich genau weiss, dass ich dafür gerade keine Lösungen finden kann.
Immerhin  erwachsen aus diesen Fragen erst mal keine wirtschaftlichen Probleme, auch wenn sich natürlich einige Einbussen ergäben wenn ich nicht mehr arbeiten könnte. Trotzdem hätten wir unser Auskommen.
Und das ist schon mal gut zu wissen.
Alles andere wird sich finden – muss sich finden, wenn es soweit ist.

Geduld ist also gefragt, bevor neue Pläne gemacht werden können. Mehr nicht.
Abwarten und Tee trinken – und natürlich laufen, soviel ich schaffe.
Bis an die Grenze des Schmerzes und darüber hinaus.
Wieder lernen, sich nur auf den nächsten Schritt zu konzentrieren.
Auch das im wörtlichen und übertragenen Sinne.

Denn wenn ich unterwegs bin, so wie gestern beim Einkaufen, kommt unweigerlich irgendwann der Punkt, wo es erst mal nicht mehr weiter geht, eine Pause nötig ist, ein Kräfte sammeln, bevor ich weiter laufen kann. Und auch der Ärger über meine Beine, die nicht das machen wollen, was mein Kopf möchte, die mich hindern, an das Ziel zu kommen, das ich vor Augen habe.
Aber der Ärger bringt mich auch keinen Schritt weiter, das habe ich schon vor drei Jahren gelernt, als es ja genau so war.
Richtig voran ging es damals erst , als angefangen habe, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, als ich akzeptieren konnte, dass Langsamkeit mein neues Tempo ist, egal, wie schnell die Welt um mich herum sich dreht:

„Schneller laufen als meine Beine mich tragen geht halt nicht.
Punkt.“

Das hatte ich fast vergessen in den letzten Monaten, in denen ich einfach mitgelaufen bin, als das Hamsterrad sich immer schneller drehte.
Nicht dass ich denke, dass es daran nun liegt, dass jetzt dieser Rückschlag kam.
Nein, das Hamsterrad ist wohl nicht Schuld, sondern  eher ich selbst, der ich nicht rechtzeitig die Signale ernst genommen habe, die mein Körper mir gegeben hat.
Wobei ich nicht denke, dass damit zu verhindern gewesen wäre, dass  der Bypass sich zu setzt. Das wäre wohl so oder so passiert.
Nur vielleicht etwas später.
Oder es wäre eher bemerkt worden.

Aber egal.
Es ist wie es ist!

Um es mit Tolkien zu sagen:

Die Straße gleitet fort und fort,
Weg von der Tür, wo sie begann,
Weit überland, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fußes nach,
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.

Also schaunmermal, was die nächsten Tage und Wochen so bringen – angefangen mit dem CT-Termin am nächsten Mittwoch, der die vorgestrige Diagnose noch  vertiefen wird und weiter mit dem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, der in der Woche darauf folgen wird.
Dann wird sich vielleicht zeigen, wie es weiter geht…. ein wenig…

Alles wie gehabt

Nun ist also klar, wo der Hase im Pfeffer liegt  und im Grunde könnte ich diesen Beitrag genauso betiteln wie den, den ich vor etwas mehr als drei Jahren schrieb:

Es hätte schlimmer kommen können

Denn genau das gleiche ist passiert.
Wieder ist  ein Bypass zu, diesmal der auf der linken Seite. Und wieder ist es so, dass es realistischerweise kaum eine andere Möglichkeit gibt, als mit Infusionen, Schmerzmitteln und Gehtrainig zu versuchen, zurück zuf halbwegs erträglichen Laufstrecken zu kommen.
Denn einen erneuten Bypass zu legen könnte zwar möglicherweise kurzfristig helfen, würde aber die Lage deutlich verschlechtern, falls der dann auch wieder zu geht. Womit man durchaus rechnen muss, denn die Lebensdauer dieser Art von Bypässen beträgt in der Regel nicht mehr als vier bis sieben Jahre….
Es war also zu erwarten, was da nun passiert ist.

Immerhin – und auch da gleicht die aktuelle Lage der von vor drei Jahren – ist auch diesmal die Blutversorgung des Beines durch die Kollateralen, also die Oberflächen-Arterien so gut, dass mein Fuss nicht gefährdet ist, sondern lediglich die Lauffähigkeit eingeschränkt.

Nicht schön, aber dennoch besser als das, was es gestern auszuschliessen galt:
Einen Verschluss in höheren Regionen des Beines oder gar in der grossen Becken-Arterie.

Und so ist also jetzt auch klar, wie es weiter geht:
In den nächsten Tagen werde ich nochmal geplant ins Kankenhaus gehen, eine Infusionstherapie bekommen und mich anschliessend wieder in den Kreisverkehr begeben, wie auch vor drei Jahren schon mal. Möglicherweise auch mit einer Wiederholung in ein paar Wochen.
Eine Aufnahme gestern war ja nicht wirklich möglich, nachdem ich nach sieben Stunden Wartezeit in der Notaufnahme wahrscheinlich nur ein Bett auf dem Flur bekommen hätte.
Darauf habe ich lieber dankend verzichtet, denn der Zeitgewinn von ein paar Tagen hätte die damit verbundenen Unbequemlichkeiten nun wirklich nicht aufgewogen.
Dann lieber geplant und in Ruhe….

Offen ist jetzt aber noch die Frage, wie sich mein Arbeitgeber dazu stellen wird, wenn ich wieder ein paar Monate ausfalle.
Denn es steht ja noch eine Verlängerung meines Arbeitsvertrages aus, der ursprünglich so geschlossen war, dass er mit dem Monat meines sechzigsten Geburtstages endet -also Ende Dezember. (Das meinte ich, als ich neulich schrieb, dass einiges in die Schwebe geraten ist)
Darüber wird noch zu reden sein und ggf. auch eine andere Lösungsmöglichkeit zu suchen, wenn klar ist, ob und wann ich wieder arbeitsfähig bin.
Falls nicht, wird wohl auch das Thema Rente zur Diskussion stehen.

Aber schaunmermal.

Im Augenblick bin ich jedenfalls ganz zuversichtlich, dass sich auch da ein Weg findet.
So oder so.
Insofern war es auch gut, gestern Klarheit bekommen zu haben und zu wissen, wie nun die nächsten Schritte sein werden. Nicht leicht, aber zu bewältigen.
Und auch gut, dass ich dieses mal nicht alleine hier in Hamburg hocke, sondern dass meine Liebste mich begleiten und ggf. mit sanftem Nachdruck in den Kreisverkehr schicken wird, wenn es mir selbst  an Motivation mangelt.

Also werde ich mich heute mal um ein Bett im Krankenhaus bemühen und  – wenn das geklärt ist – nochmal bei meinem Doktor aufschlagen, um mit ihm das Weitere zu besprechen. Und nächste Woche dann das Gespräch mit meiner Firma suchen um auch hier schon etwas Klarheit zu bekommen.

Wie gesagt:
Es hätte schlimmer kommen können.

Morgen also!

Vorhin hab ich mir die Einweisung geholt, und dann muss es morgen nun wohl sein.
Mal wieder ein paar Tage ins Krankenhaus und wieder in der Vorweihnachtszeit.
Darauf scheine ich ja inzwischen abonniert zu sein.

Aber irgendwie muss ja  abgeklärt werden, was nun mit meinen Beinen los ist, warum ich so schlecht laufen  und kaum noch schmerzfrei mehr als eine Etage Treppen steigen kann.
So wie jetzt ist das ja schliesslich auch kein Zustand.
Mal bloss gut, dass die Liebste morgen frei bekommen hat und mich den Tag über begleitet. Erst zur Notaufnahme und dann hoffentlich auf die Station  -„meine“ Gefässchirugie, auf der ich ja schon ein paar mal (unfreiwillig) zu Gast war….
Eben mit dem Unterschied, dass ich dieses mal freiwillig dahin gehe.
Und alles weitere wird sich dann hoffentlich finden.

Leicht gefallen ist mir die Entscheidung jedenfalls wirklich nicht.
Aber besser so, als wenn sich das Kopfkino bis zu regulären Termin am 14. Dezember immer weiter gedreht hätte  und mir dabei die abstrusesten Diagnosen durchs Gehirn geschossen wären, was dass denn nun sein könnte….(Das ist halt der Fluch, wenn man als altgedienter Krankenpfleger zumindest ein solides Halbwissen in medizinischen Dingen hat.)
Doch immerhin habe ich es dieses mal geschafft, nicht jedem dieser Hirngespinste nachzugeben und Doktor Google zu befragen.
Bisher jedenfalls.
Obwohl die Versuchung gross war….. zugegeben.

Also morgen und dann wird man sehen!

Gut auch, dass ich gestern noch geschafft habe, meine Dienstkarre zu putzen – mehr schlecht als Recht zwar, aber der gute Wille zählt hoffentlich. Denn die wollte meine Firma unbedingt zurück holen – wie immer, wenn jemand länger krankheitsbedingt ausfällt und nicht absehbar ist, wann er wieder arbeiten kann.
Was aber auch nicht schlimm ist, denn mobil bin ich ja trotzdem.
Und guten Gewissens hätte ich das Auto so nicht zurück geben können, wie es war.
Die Stunden, die ich darin täglich zubringe hinterlassen halt doch ihre Spuren :-/

Gut, wie gesagt, dass das erledigt ist, dann muss die Liebste nicht noch meinen Dreck wegmachen….

Terra incognita

Damals war ich noch abenteuerlustig.

Es war ja auch noch was relativ Neues für mich, quer durch Deutschland zu reisen, um die Liebste am ersten Ort ihrer Welttournee zu besuchen…
Und so nahm an diesem Tag – heute vor fünf Jahren  – meine Leidenschaft für ein entschleunigtes Reisen abseits der üblichen Routen auf der Autobahn ihren Anfang und wurde in den folgenden Jahren zum Running-Gag im Freundeskreis, der immer wieder im liebevoll-lästerlichen Versprechen gipfelte, mir einen „Feldwege-Atlas“ zu schenken.
Müssig zu erwähnen, dass ich diesen speziellen Atlas nie bekommen habe, obwohl sich in der Folge meine Leidenschaft für die Landfahrerei  mehr und mehr manifestierte und fast schon neurotische Züge annahm.

Synonym dafür wurde ein kleiner Ort in der Magdeburger Börde, einsam mitten im Naturschutzgebiet am Mittellandkanal gelegen – Piplockenburg, der aufgrund meiner „Eskapaden“ im Freundes-und Bekanntenkreis doch eine gewisse Berühmtheit erlangte, so dass damals in meinem Kopf der Plan reifte diesen Ort noch einmal – möglichst bei Tageslicht – zu besuchen 🙂
Alleine schon aus nostalgischen Gründen – aber auch, weil mich im Lauf der kommenden Monate der Gedanke durchaus gereizt hat die Gegend dort noch genauer zu erkunden.

Dazu ist es aber leider nie gekommen, obwohl es während der „Leipziger Zeit“ die Gelegenheit durchaus gegeben hätte. Immerhin führte meine Standard-Route zur Liebsten nur knapp zwanzig Kilometer daran vorbei….
Dumm halt nur, dass sich zu dieser Zeit die Abenteuerlust schon etwas abgenutzt hatte und nicht mehr der Weg, sondern das Ziel das Ziel war – und die Fahrerei sich mehr als lästiges Übel denn als Lustgewinn erwies.
Landstrasse gefahren bin ich zwar zu der Zeit auch, aber mehr aus praktischen Erwägungen heraus….

So wird Piplockenburg wohl ein Ort bleiben, dem, obschon da objektiv betrachtet wohl nicht viel zu sehen ist, auch weiter eine gewisse Mystik innen wohnen wird.
Zumal auch kein Grund mehr besteht,  auch nur in die Nähe dieses Ortes zu kommen.
Denn das Fernbeziehungsleben ist ja vorbei – zum Glück….

Was nicht heisst, dass es jetzt keine Abenteuer mehr gibt und nichts Unbekanntes mehr vor mir – vor uns  – liegt.
Im Gegenteil!

Nur werden diese Abenteuer ganz anderer Natur sein und wohl massgeblich davon geprägt, was die ärztlichen Bulletins der nächsten Wochen ergeben.

Schaumermal, welche Umwege und Entschleunigungen sich daraus dann ergeben…..

Grau – Schwarz – Bunt

Nein, ich sitze nicht den ganzen Tag vorm Rechner, sondern beschäftige mich nebenher natürlich auch noch mit anderen Dingen – wie Haushalt, meinem  aktuellen Buch, höre Musik (Klassik!!!) und noch einiges mehr. Dazu mache ich auch immer mal zwischendurch ein kleines Nickerchen.
Nur Computern wäre ja auch nicht gut und kaum das, was der Doktor gesagt hat.

Aber zwischendrin, da mache ich natürlich weiter mit meinem Projekt, unsere gesammelten alten Fotoblogs auf dem neuen Webspace zusammen zufassen.

Dabei bin ich auch – mal wieder – auf einem schon lange Offline gestellten Blog gelandet, den ich seinerzeit mit der Intention begonnen hatte, ihn für meine Fotobasteleien zu nutzen und bevorzugt mit Schwarz-Weiss-Bildern zu bestücken, ein Genre, für das ich immer noch ein besonderes Faible habe.
Damals (2011) schrieb ich:

Hamburg….

Meine Stadt, in der ich mit der Besten Ehefrau von Allen lebe.
Meine Stadt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt, auch an Orten, an denen ich schon hundert mal gewesen bin.

Und diese neuen Eindrücke halten wir fest, auf mittlerweile schon etlichen tausend Bildern, um sie für uns zu bewahren und ein wenig mit Euch zu teilen.

Auf dieser Seite hier findet ihr Bilder, die etwas anders sind, als die üblichen bunten Postkartenmotive, denn sie zeigen nicht das grosse Ganze, sondern nur kleine Ausschnitte aus dem, was wir entdecken.

Auf Farbe verzichte ich dabei ganz bewusst, auch wenn die originalen Aufnahmen natürlich farbig sind.
Gründe für diesen Verzicht gibt es Einige, allen voran aber den, dass für mich die Schwarz-Weiss-Bildern eine Rückkehr an die Wurzeln meiner Fotoleidenschaft bedeuten:
Damals hab ich meine ersten Bilder mit einer simplen Agfa-Klickauf 18er Rollfilm gemacht und im Schullabor selbst entwickelt und vergrössert.

Sowas prägt natürlich, und dem Charme guter Schwarz-Weiss-Bildern erliege ich heute noch…. wenn auch Farbfotos von einem Sonnenuntergang zugegebenermassen ebenfalls einen grossen Reiz haben.
Aber die wird es hier auf dieser Seite wohl nicht geben 🙂

Nun, dieses Projekt habe ich seinerzeit nicht fortgeführt, andere Dinge waren wichtiger und nahmen mehr Raum ein – aber trotzdem habe ich zwischendurch immer mal wieder mit „farblosen“ Bildern herum gespielt.
Einige davon sind sogar in den aktuelleren Fotoblogs gelandet – bzw. haben als „Zeitreisen“  und in einzelnen Beiträgen auch in diesem Blog hier eine Wiederveröffentlichung erfahren.

Grund genug also, auch diese Bilderserien als Ganzes in unseren neuen Fotoblog zu integrieren und vielleicht ein Anlass, mich mal wieder  mehr mit dem Thema „Schwarz-Weiss“ zu beschäftigen und diese Serie fortzuführen?
Mal gucken….

Auf jeden Fall hab ich hier schon mal einen Link, falls jemanden diese Bilder interessieren:

Grau – Schwarz – Bunt

Und ja.
Es geht mir inzwischen schon deutlich besser 🙂