Dezemberlicht am Veringkanal

Gute Vorsätze sollte man ja in die Tat umsetzen – und so bin ich vorhin zu Fuss zu meinem Doktor gelaufen – immer in Etappen von 200-300 Schritten und zunehmend flüssiger, je länger ich unterwegs war. Immerhin hab ich meine Rezepte bekommen, aber natürlich war der Befund von letzter Woche noch nicht da, um dessen Willen ich eigentlich dahin wollte :-/

Deshalb habe ich mir dann überlegt, ich könne ja auf dem Rückweg noch einen kleinen Umweg am Kanal entlang drehen , um mein heutiges Trainingsprogramm noch ein wenig zu ergänzen:So war ich dann heute gute viereinhalb Kilometer unterwegs und habe auch gleich noch ein paar Bilder mitgebracht, weil gerade so ein schönes Dezemberlicht war: (Ihr kennt das: Klick ausfs Bild -> Bild gross 🙂 )

Die Soulkitchen-Halle, bekannt geworden durch den Film von Fatih Akin, danach kurzzeitig Eventhalle und Disco, dann von der Stadt wegen angeblicher Baufälligkeit geschlossen und für den Abriss bestimmt, steht nun seit sechs Jahren leer:

Kleine Idylle zwischendurch:

Blick von der Brücke an der Neuhöfer Strasse nach Norden:

und nach Süden – im Hintergrund der Wilhelmsburger Wasserturm:

Und natürlich die „Katzenkocherei“, hier schon mal Thema, eigentlich eine Fettraffinerie und wegen ihrer je nach Windrichtung abgesonderten, absonderlichen Düfte so genannt.
Aber selbst die wirkt in diesem Licht ganz ansehnlich:
Wilhelmsburger Industrieromantik halt 😎

Da ist mir allerdings der Blick von der Fussgängerbrücke auf  Wassersturm und  Wilhelmsburger Krankenhaus schon lieber: Immerhin ist es von da aus nicht mehr weit nach Hause – Fünfhundert Schritte hab ich gezählt …

Und ja, es ging ganz gut so, wenn ich auch meine Zeit für die Strecke gebraucht habe.
Aber das kann jetzt durchaus als Versuch für weitere Fotoexpeditionen in die nähere und weitere Umgebung durchgehen. Allemal, wenn das Licht so ist wie heute. 🙂

Gedreht und gewendet

Der Blick aus dem Küchenfenster lässt eigentlich nur eine Feststellung zu: Es ist Badewannenwetter!

Womit wir mal wieder bei einem Problem sind, an dem sich auch in sechs Jahren nichts geändert hat:Ich bin zu lang – oder die Wanne zu kurz!
Egal, wie man es auch dreht und wendet – so passt das nicht.
Entweder die Beine liegen im Warmen, dann sind die Schultern und Oberarme kalt – oder es ist umgekehrt und die Knie frieren.
So kann es einfach nichts werden mit dem Badevergnügen…

Schade, es hätte mir so gut gefallen, mal eine Runde im warmen Wasser zu liegen.
Bleibt also wieder nur die Dusche, um mich aufzuwärmen..

Grau – Schwarz – Bunt

Nein, ich sitze nicht den ganzen Tag vorm Rechner, sondern beschäftige mich nebenher natürlich auch noch mit anderen Dingen – wie Haushalt, meinem  aktuellen Buch, höre Musik (Klassik!!!) und noch einiges mehr. Dazu mache ich auch immer mal zwischendurch ein kleines Nickerchen.
Nur Computern wäre ja auch nicht gut und kaum das, was der Doktor gesagt hat.

Aber zwischendrin, da mache ich natürlich weiter mit meinem Projekt, unsere gesammelten alten Fotoblogs auf dem neuen Webspace zusammen zufassen.

Dabei bin ich auch – mal wieder – auf einem schon lange Offline gestellten Blog gelandet, den ich seinerzeit mit der Intention begonnen hatte, ihn für meine Fotobasteleien zu nutzen und bevorzugt mit Schwarz-Weiss-Bildern zu bestücken, ein Genre, für das ich immer noch ein besonderes Faible habe.
Damals (2011) schrieb ich:

Hamburg….

Meine Stadt, in der ich mit der Besten Ehefrau von Allen lebe.
Meine Stadt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt, auch an Orten, an denen ich schon hundert mal gewesen bin.

Und diese neuen Eindrücke halten wir fest, auf mittlerweile schon etlichen tausend Bildern, um sie für uns zu bewahren und ein wenig mit Euch zu teilen.

Auf dieser Seite hier findet ihr Bilder, die etwas anders sind, als die üblichen bunten Postkartenmotive, denn sie zeigen nicht das grosse Ganze, sondern nur kleine Ausschnitte aus dem, was wir entdecken.

Auf Farbe verzichte ich dabei ganz bewusst, auch wenn die originalen Aufnahmen natürlich farbig sind.
Gründe für diesen Verzicht gibt es Einige, allen voran aber den, dass für mich die Schwarz-Weiss-Bildern eine Rückkehr an die Wurzeln meiner Fotoleidenschaft bedeuten:
Damals hab ich meine ersten Bilder mit einer simplen Agfa-Klickauf 18er Rollfilm gemacht und im Schullabor selbst entwickelt und vergrössert.

Sowas prägt natürlich, und dem Charme guter Schwarz-Weiss-Bildern erliege ich heute noch…. wenn auch Farbfotos von einem Sonnenuntergang zugegebenermassen ebenfalls einen grossen Reiz haben.
Aber die wird es hier auf dieser Seite wohl nicht geben 🙂

Nun, dieses Projekt habe ich seinerzeit nicht fortgeführt, andere Dinge waren wichtiger und nahmen mehr Raum ein – aber trotzdem habe ich zwischendurch immer mal wieder mit „farblosen“ Bildern herum gespielt.
Einige davon sind sogar in den aktuelleren Fotoblogs gelandet – bzw. haben als „Zeitreisen“  und in einzelnen Beiträgen auch in diesem Blog hier eine Wiederveröffentlichung erfahren.

Grund genug also, auch diese Bilderserien als Ganzes in unseren neuen Fotoblog zu integrieren und vielleicht ein Anlass, mich mal wieder  mehr mit dem Thema „Schwarz-Weiss“ zu beschäftigen und diese Serie fortzuführen?
Mal gucken….

Auf jeden Fall hab ich hier schon mal einen Link, falls jemanden diese Bilder interessieren:

Grau – Schwarz – Bunt

Und ja.
Es geht mir inzwischen schon deutlich besser 🙂

Nachtarbeit I

wie immer, wenn ich Spätdienste habe, brauche ich eine Weile um „runterzukommen“. Gleich ins Bett ist dann nicht, denn da könnte ich ohnehin  nur auf-und-ab-wandern.
An Schlaf ist jedenfalls nicht sofort zu denken.

Was aber auch nicht weiter schlimm ist – ich kann ja am nächsten Tag (also morgen...äh, heute) ausschlafen. Und bis ich die nötige Bettschwere habe kann ich mich auch sinnvoll beschäftigen – beispielsweise damit, noch ein wenig an meinem neuen Blog zu basteln, der langsam aber sicher seiner Fertigstellung entgegen sieht.

Das Design steht, die Tapeten hängen, Beiträge und Bilder sind bis einschliesslich vorgestern importiert, der DSGVO ist auch Genüge getan – also das meisste ist erledigt.
Nur ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, wie z.B. eine Blogroll ( die WP eingespart hat) und etwas Feinschliff am dem einen oder anderen Widget.
Aber dann kann es losgehen!

Denkbar also, dass heute im Lauf des Tages hier dann ein Schild hängt, dass den vollzogenen Umzug verkündet.

Schaunmermal.

Aber vorher muss ich doch noch ein wenig schlafen.

Unpolitisch

Merkwürdig, wie gelegentlich eins zum anderen kommt.

Beispielsweise habe ich heute morgen ein Bild  entdeckt, dass ein Freund auf FB gepostet hat, um damit seinen alltäglichen Abendgruss zu illustrieren ( den ich sehr schätze).

Ein Bild, wahrscheinlich irgendwo im Netz gefunden, passend zu seinem Text, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, ob er auch weiss, was es damit auf sich hat. Ein Elefant auf einem Ast wie ein Vogel – irgendwie abstrus….. und doch irgendwie auch faszinierend in seiner offensichtlichen Unlogik.
Was er wohl sieht, der Elefant?
Und war er denkt?
Und dabei fühlt?

Fragen über Fragen –  und jedenfalls ein Anreiz, mich damit mal genauer zu beschäftigen.
Zeit dafür habe ich heute ja – und die Fortsetzung der Urlaubsberichte kann gerne noch einen Tag länger warten, obwohl ich natürlich damit irgendwann auch mal zu Potte kommen möchte…. (Ihr merkt, ich drücke mich ein wenig davor).
Ausserdem ist es auch ganz fein, sich mal nicht mit dem Blick auf die aktuelle politische Lage und dem täglichen Horror der Meldungen über die rechten Schwachmaten zu beschäftigen.

So war mit Googles Hilfe dann auch schnell herausgefunden, dass es sich bei dem Bild um den Ausschnitt einen Plattencovers handelt, welches die schwedische Band Isildurs Bane für ihr Album Colours Not Found In Nature verwendet hat.
Doch mit dem Album werde ich mich gelegentlich wohl  noch mal näher beschäftigen  – das soll also hier gerade nicht Thema sein.Denn spannender war für mich im Moment die Frage, wo dieses Coverbild herkommt, bzw. wer der Künstler ist, von dem es stammt?

Und das nicht nur, weil ich Elefanten mag, sondern auch, weil das Bild in seiner Gesamtheit  – ähnlich wie die anderen Bilder des Booklets, soweit ich sie bisher gefunden haben – mich förmlich fesselt.Denn ich liebe surreale Bilder mit ihren ungewohnten Perspektiven und überraschenden Verknüpfungen der unterschiedlichsten Realitäten.Also hat es mir  keine Ruhe gelassen, bis ich heraus gefunden habe, dass die Elefanten allesamt von Orlando Florin Rosu stammen, einem rumänischen Fotografen und Graphiker, der noch einiges mehr in dieser  oder ähnlicher Art, – aber auch Gebrauchsgrafiken – gemacht hat, wie seine Galerie auf Adobe Stock zeigt.

Leider spuckt Google – ausser  weiteren Galerien auf diversen anderen Stock-Foto-Seiten – kaum andere Informationen über Rosu aus, die mich trotzdem interessiert hätten, zumal mir manche seiner auf Adobe zu findenden Arbeiten schon länger bekannt – teils seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts von Kunstpostern  – und häufig auch im Zusammenhang mit dem Gedanken:

„Das könnte ich mir gut an der oder der Wand vorstellen“

ohne dass ich gewusst hätte, wer der Künstler ist, von dem sie stammen.

Aber das hat sich ja nun geändert!
Wieder was dazu gelernt 🙂
Und unpolitisch war es ausserdem …. was ja auch mal schön ist.

Unterwegs XI

Gut – und vor Allem: lecker  – gesättigt sind wir dann noch ein Stück an der Motlawa entlang unterwegs gewesen und haben die heimelige Abendstimmung  und die schöne Atmosphäre auf uns wirken lassen. Zusammen mit den vielen anderen Menschen, die da auch noch unterwegs waren, offenbar genauso beindruckt wie wir. Doch recht dekorativ, so ein Piratenschiff am Abend vor der Kulisse 🙂 Ganz nebenher haben wir natürlich auch noch den einen oder anderen Blick in die Auslagen der diversen Bernsteinhändler gewagt, bei denen sich vom billigsten Kitsch, über skurile Stücke bis hin zu richtig teuren, mehr oder weniger geschmackvollen Einzelstücken fast alles finden lies. Wie beispielweise auch dieser Brocken im Facettenschliff, der sicher seine 8-9 Zentimeter Durchmesser hatte: Aber alles irgendwie nichts für uns, so dass wir uns beizeiten auf den Rückweg ins Hotel gemacht haben, vorbei am Grünen Tor, wo immer noch da das Leben tobte und diesmal über eine andere Brücke. Riesenräder sind uns in Polen öfter mal begegnet, die scheinen sich ebenso grosser Beliebtheit zu erfreuen wie die allgegenwärtigen Piratenschiffe – sogar, wenn man von ihnen aus lediglich die benachbarten Hauswände zu sehen bekommt.
Drastisch, aber auch skuril diese Warnung an einem Verteilerkasten, die wir  am nächsten Tag noch öfter gesehen haben.
Schön auch der Hinweis auf eine gehaltvolle Tagessuppe, die wir uns aber verkniffen haben angesichts der Tatsache, dass Wodka eher nicht unser bevorzugtes Getränk ist:Und damit endete unser dritter Reisetag, Probeschlafen im Boxspring-Bett war angesagt, voller Vorfreude auf den nächsten Tag, der ganz der Danziger Altstadt gewidmet sein sollte. Vorher aber noch eine letzte Gute-Nacht -Zigarette im Angesicht des beleuchteten Krantores und des ihm umgebenden Panoramas.Das musste dann doch noch sein.

Richtig beeindruckt bin ich nun im Nachhinein von der Qualität der Bilder, die unsere Handys bei diesen Lichtbedingungen produziert haben, in denen ich mit meiner Spiegelreflex keinen Blumentopf mehr hätte gewinnen können. Und deshalb gilt wieder:
Klick aufs Bild, dann wird es grösser 😎

Unerschwinglich

Während unseres Roadtrips durch Polen kam gelegentlich schon der Gedanke auf, dass ja ein Wohnmobil für diese Art des Reisen durchaus ein angemessenes Gefährt wäre. Wobei so ein moderner Plastikdampfer sicher eine Menge Komfort bietet, aber doch ein wenig stillos ist. Angemessen – und besser zu uns passend – wäre da wohl eher so ein Gefährt:

Ein Chevrolet Viking Shortbus, so alt wie ich, gemütlich ausgebaut zum rollenden Wohnzimmer und als ehemaliger Schulbus wohl auch kurz genug,

um einigermassen wendig zu sein.Auf jeden Fall aber herausstechend aus der Masse der üblichen Wohnmobile und trotzdem genug Raum bietend,

damit wir zwei gemütlich darin reisen und bequem darin schlafen könnten.

Tja, der hätte wirklich Charme, wird aber leider wohl ein Traum bleiben, denn für so einen Ausbau reichen meine handwerklichen Fähigkeiten einfach nicht,

auch wenn ich mir sonst eine Menge zutraue.
Zu kaufen gibt es so etwas leider auch nicht…. und wenn, dann wäre es wohl unerschwinglich bei der vielen Arbeit die da drin steckt.

Also bleibt nur, weitere Bilder anzugucken und weiter zu träumen…

Unterwegs IX

Kleiner Einschub:

Mittlerweile in Danzig und im Hotel angekommen, erwies sich dieses als absoluter Volltreffer, der seinen Preis (doppelt so teuer wie die anderen Unterkünfte der Reise) durchaus rechtfertigte:
(Ja, das Bild ist eine Wiederholung, gehört aber der Vollständigkeit halber nochmal hierher)

In allerbester Lage dicht an der Innenstadt, mit Blick aufs Danziger Wahrzeichen, das Krantor (links am Bildrand)ein Bomben-Zimmer unterm Dach, fein möbliert, inklusive Kochmöglichkeit – nicht nur für einen Morgenkaffee –und superbequemem Boxspring-Bett, in dem wir die nächsten zwei Nächte auch bestens geschlafen haben. Natürlich mit kostenlosem Wlan (wie überall in Polen) und auch sonst noch einigem Pipapo wie der Möglichkeit, ohne Zusatzkosten in die Sauna zu gehen oder andere Wellnessangebote dazu zu buchen.

Lediglich die Dusche war nicht so fein wie die in Leba, da hatte der Monteur bei der Montage wohl eher Zwerge im Sinn. Duschen konnte ich als Full-Size-Mann jedenfalls nur in gebückter Haltung, eingezwängt zwischen Trennwand und Dachschräge.
Frühstücksbuffet kostete extra, aber das war den Preis wert, schaffte es doch in seiner Vielseitigkeit schon mal eine gute Basis für den Tag:Alles in Allem also ein feines Gemach, fast ein wenig „zu fein“ für uns,  aber wir haben uns trotzdem wohlgefühlt, wie man Frau Momo auf diesem Bild ansieht:Sauna und Wellness haben wir aber nicht ausprobiert,  schliesslich wollten wir unsere Zeit  in Danzig ja nutzen, um etwas von der Stadt zu sehen.
Und damit geht es dann morgen im nächsten Beitrag weiter – bzw. wer mag, kann ja schon mal bei der Liebsten nachlesen.

Übrigens habe ich mal alles, was mit unser Polenreise zu tun hat der besseren Übersichtlichkeit wegen  auf einer gesonderten Link-Seite zusammengefasst.
Nur falls jemand lieber chronologisch lesen möchte –  bitte hier vorsichtig drücken

Unterwegs VIII

Von Leba aus sollte es ja nach Danzig gehen, allerdings, so haben wir spontan überlegt, mit einem Abstecher über die Halbinsel Hel.
Als kleinen Ersatz dafür, dass wir es – zumindest in diesem Urlaub –  nicht mehr schaffen würden, auf die frische Nehrung  und nach Masuren zu fahren.
Anlass für dieses Umdenken war zum Einen die am Vortag gemachte Erfahrung, dass wir doch recht viel Zeit im Auto verbringen müssen, um von A nach B zu kommen, viel mehr Zeit als ursprünglich erwartet –  und zum Anderen die Befürchtung, in vielen Küstenorten an der Strecke ähnliches vorzufinden wie in Leba, wo wir am Vortag bei einem kurzen Abstecher in die Stadt mitten im dicksten Touristengetümmel gelandet waren.
Oder wie meine Liebste meinte:

„Dann können wir auch gleich nach Scharbeutz oder Grömitz fahren“

Und diese Befürchtung hat sich auch im Lauf des Tages auf Hel noch bestätigt.
Aber der Reihe nach:

24. August

Gut geschlafen hatten wir, und Kaffee auf der Bettkante gab es dank Wasserkocher im Zimmer und am Vortag gekauften Instantkaffee auch.
Der Tag begann also schon mal nicht schlecht.
Wenn auch das Wetter eher gräulich war und erste Regentropfen fielen, als wir ins Auto stiegen.
Frühstück gab es nicht, hatten wir aber auch nicht bestellt, sondern uns vorgenommen, später unterwegs einen Supermarkt zu plündern und uns selbst zu versorgen, was auch gut funktioniert hat.
Vor uns lagen gute Hundertzehn Kilometer Landstrasse bis zur Spitze von Hel, für die uns Google eine Fahrzeit von etwas mehr als zwei Stunden ankündigte. Tatsächlich ist es dann doch eine gute Stunde mehr geworden, nicht nur weil es richtig zu regnen begonnen hatte, sondern auch, weil wir immer wieder hinter LKWs und landwirtschaftlichen Fahrzeugen fest hingen, die man auf den engen Landstrassen nicht überholen konnte. Dazu kam auch auf Hel selbst noch streckenweise Stop and Go, weil offenbar alle Welt das gleiche Ziel hatte wie wir.
Immerhin sind wir irgendwann angekommen, wobei die teilweise nicht mal hundert Meter breite Halbinsel nicht uninteressant war:
Links Dünen und ein wenig Wald, dann Bahnlinie und Strasse, zehn Meter weiter rechts das Meer – allerdings regenverhangen und mit wenig Aussicht. Teilweise ging es – wo die Halbinsel breiter wurde –  durch dichten Wald und einmal auch durch den  ehemaligen Fischerort Jastarnia, in dem heute Hotel an Hotel steht und sich Campingplatz an Campingplatz reiht.
Der Ort Hel selbst ist auch nicht viel anders:
Am Meer entlang eine überlaufene Einkaufsmeile mit Bernstein- und Andenkenläden im Wechsel, ein paar alte Häuser, die ehemalige Kirche heute ein Museum, dazwischen ein Hafen, dahinter, weiter landeinwärts Plattenbauten, teils mit sichtbarem Renovierungsbedarf.
Sehenswert allenfalls der Blick aufs Meer, der bei dem Wetter aber auch kein grosses Vergnügen darstellte:Ausgestiegen sind wir zwar trotzdem, aber schlussendlich hätten wir uns diesen Abstecher wohl sparen können, denn eigentlich unterschied sich das wenig von Leba und bestätiget im vollen Umfang das, was ich gestern schon schrieb:

„….dass Umwege zwar immer die Ortskenntnis erweitern, deshalb aber trotzdem nicht der beste Weg sind – und dass man Touristenhochburgen auch in Polen besser meiden sollte…..“

Also gings nach kurzem Aufenthalt wieder zurück über die einzige Strasse der Halbinsel –  weiter in Richtung Danzig.
Ab Gdyna (Gedingen) und durch Sopot (Zopot) allerdings nur noch im Schritttempo, weil wir zu allem Übel auch noch mitten in den Wochendendfeierabendverkehr geraten waren.
So haben wir an diesem Tag bei Ankunft in Danzig gut sieben Stunden (für knapp hundertneunzig Kilometer) im Auto gesessen, wofür uns aber das – von zuhause aus gebuchte – Hotel  und ein erster kleiner Rundgang wirklich entschädigten und damit den bisher nicht ganz so schönen Verlauf unseres dritten Urlaubstages ins positive wendeten
Allererste Sahne, Blick auf das Krantor und einen Teil des Hafens und die Innenstadt nur ein paar hundert Meter zu Fuss entfernt 🙂
Doch davon mehr im nächsten Beitrag.

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Unterwegs VI

Immer noch der zweite Tag unserer Reise, die erste Nacht in Kolberg und auch ein Stadtbummel  samt Erwerb des so sehnlich vermissten Badeanzuges lagen hinter uns, nun endlich solle es weitergehen nach Leba.

23. August

Wobei wir uns nicht die günstigste Strecke ausgesucht hatten, wie sich im Anschluss herausstellte. Denn statt auf der Suche nach einer Bademöglichkeit über die teils in schlechtem Zustand befindlichen Strassen in Küstennähe zu zuckeln, wäre es wohl schneller und bequemer gewesen , von Koszalin (Köslin) aus über die gut ausgebaute Fernstrasse direkt nach Slupsk (Stolp) zu fahren – und von da aus nach Ustka (Stolpmünde) ans Meer.
Ausserdem hätten wir auf die Art – hätten wir es gewusst –  auch noch die Geburtsstätte von Piotr und Iwonka in Slawno besuchen können, wo die Künstlerin wohnt und arbeitet, deren Kinder die beiden sind. Aber das wussten wir nicht, und so werden wir diesen Besuch wohl auf das nächste mal verschieben müssen, falls wir nochmal nach Polen und in diese Gegend fahren.

Immerhin sind wir nach mehr als drei Stunden Fahrt über Land dann doch noch in Ustka angekommen und der Einweihung des neu erworbenen Badeanzuges stand nichts mehr im Wege, gut bewacht von einem der in Polen immer wieder gerne gesehen Piratenschiffe, die hier die Aufgaben der Touristendampfer übernehmen. Das konnten wir in jedem Hafen, selbst in Danzig, beobachten.

Ich selbst, so muss ich gestehen, habe aber auf das Badevergnügen lieber verzichtet – nicht, weil ich nicht gewollt hätte, sondern weil sich hier auf dem knapp dreissig Meter breiten Strand schon das gleiche Problem bemerkbar machte, das später auf der Düne in Leba noch eine Rolle spielen sollte:
Im losen Sand komme ich mit meiner Gehbehinderung schon mit Schuhen kaum von der Stelle, barfuss aber gar nicht mehr, weil es mir immer den rechten Fuss wegdreht und ich keinen festen Halt habe.

Womit ich – lassen wir die dazwischen liegende Fahretappe mal ausser acht – auch gleich eine fliessende Überleitung zum endgültigen Ziel dieses Tages gefunden habe:
Die grosse Wanderdüne in Leba, die wirklich beeindruckend ist, zieht sie sich doch über fast siebzehn Kilometer auf einer Nehrung zwischen Küste und dem grossen Lebasee entlang. Enorm ist auch ihre grösste Höhe mit 45 Meter über dem Meersspiegel.
Nun, ganz hinauf habe ich es nicht geschafft, und glücklicherweise gab es auch einen Elektrobus für die fünfeinhalb Kilometer zwischen Parkplatz und Einstieg in die Düne, denn sonst hätte ich wohl nicht mal den Weg bis dahin geschafft.
Aber trotz des beschwerlichen Aufstieges – immerhin auf ein grosses Plateau auf halber Höhe – hat sich die Mühe mehr als gelohnt .
Deshalb lasse ich jetzt einfach mal ein paar Bilder sprechen (wie immer: Klick aufs Bild -> Bild gross):Immerhin bis dahin habe ich geschafft – und extra ein Beweisfoto verfertigen lassen. Sonst glaubt mir das  am Ende keiner… Höher ging aber nicht mehr, und so habe ich mich einfach in den Sand gesetzt und ein wenig beobachtet, was sich um mich herum abspielt, während die Liebste noch ein Stück weiter Richtung Strand gelaufen ist. Skuril beispielsweise der Typ, der allen Ernstes versuchte, die Düne mit seinem schwer beladenen Fahrrad zu erklimmen. Irgendwann musste selbst er aufgeben und hat  erst mal sein Gepäck vorweg getragen, weil sich das beladene Rad im Sand nicht mehr schieben liess. Das durfte ich dann (ungefragt) bewachen 🙂
Aber so anstrengend wie der Weg auf die Düne auch war – runter ging es bedeutend besser. Da hilft schliesslich auch die Schwerkraft mit und ich war -ganz unüblich – sogar mal schneller als meine Liebste 🙂
Weitere Bilder vom Badevergnügen, von der grossen Düne und aus Leba gibt es hier: Klick

Bleibt noch zu erzählen, wie der Rest des Tages lief – doch davon im nächsten Beitrag mehr.