Sicher ist sicher!

Vorsicht ist de Mutter nicht nur der Porzellankiste, sondern auch unseres weihnachtlichen Zimmerschmuckes, den ich heute gekauft und inzwischen auch an die ihm zugedachte Stelle im Wohnzimmer gestellt habe.

Vorher waren allerdings noch einige kleinere Umbaumassnahmen nötig, damit auch Platz ist an dem Platz –  leicht behindert durch die fernschriftlichen Einwürfe einen gewissen Dame, die unbedingt vorab schon mal Fotos sehen wollte.
Aber dem Wunsch bin ich trotzdem gerne nachgekommen, denn schliesslich bin ich mit der Dame ja verheiratet und sie soll natürlich auch wissen, wer da jetzt vorübergehend bei uns einzieht.
Also hab ich nach dem Eintopfen die Tanne zwischendurch mal schnell geknipst und ihr dieses Bild geschickt-noch auf ihrem provisorischen Standort auf dem Balkon – um anschliessend meine Umräumaktion fortzusetzen.

Nicht ganz fair allerdings die  – möglicherweise etwas vorschnelle – Antwort meiner Liebsten, die meinte, ich würde mich wohl nicht trauen – der Katzen wegen:

„Feigling !“

Zwar traue ich den Fellnasen in Bezug auf Tannenwälder im Wohnzimmer wirklich nicht – in solchen Dingen ist meine Liebste weitaus risikofreudiger als ich, genau wie im mit den echten Kerzen am Baum – aber schliesslich habe ich ja mit entschieden, dass wir dieses Jahr den Versuch wagen wollen….. und so was lasse ich mir auch nicht nachsagen!
Also hab ich jetzt nach vollzogenem Umbau ganz mutig  das nackte Bäumchen ins Wohnzimmer gestellt und Posten auf dem Sofa bezogen, um mögliche Unglücke gleich vorab zu verhindern.

Sicher ist schliesslich sicher!

Musik: Neil Young

Manchmal sind die „ollen Kamellen“ doch beser als das , was manche Künstler aktuell auf den Markt bringen.
So auch bei Neil Young, für dessen neues Album „Songs for Judy“ ich mich so gar nicht begeistern kann, obwohl auch live & unplugged gespielt wie das, was ich hier vorstellen möchte:

Unplugged,

erschienen 1993 und für mich immer noch das Mass aller Dinge, was die Musik des Kanadiers angeht.

Selbst wenn er auf dem neuen Album eine Reihe der Titel von damals neu eingespielt hat…. irgendwie klingt das anders, steriler, lustloser und nicht mit soviel Herzblut gespielt und gesungen wie seinerzeit. Eher so nach:

„Wird Zeit, dass ich mal wieder ein Live-Album auf den Markt bringe, rechtzeitig zu Weihnachten“

Deshalb – wenn schon  Niel Young – dann doch bitte das 25 Jahre alte Original.
Daran habe ich mich seit Jahren gewöhnt, so mag ich das  und es ist gut so 🙂

Wie immer:
Spotify? -> Klick auf s Bild 🙂

„In unserer Verwandtschaft …“

„… machen sich Verfallserscheinungen bemerkbar, die man eine Zeitlang stillschweigend zu übergehen sich bemühte, deren Gefahr ins Auge zu blicken man nun aber entschlossen ist. Noch wage ich nicht, das Wort Zusammenbruch anzuwenden, aber die beunruhigenden Tatsachen häufen sich derart, daß sie eine Gefahr bedeuten und mich zwingen, von Dingen zu berichten, die den Ohren der Zeitgenossen zwar befremdlich klingen werden, deren Realität aber niemand bestreiten kann.“

War es im letzten Jahr Erich Kästner, der mich um Weihnachten herum begleitet hat, so wird es dieses Jahr wohl Heinrich Böll sein, den es wieder zu entdecken gilt. Einiges von ihm hab ich ja zu Schulzeiten schon mal gelesen, aber danach lange nicht mehr in der Hand gehabt – was ein guter Grund ist, sich noch mal mit ein paar ausgewählten Werken dieses Schriftstellers zu beschäftigen.

Und was passt da besser, als – der Jahreszeit angemessen  – zum Einstieg eine kurze Erzählung zu wählen, die wohl mit zu seinen bekanntesten satririschen Geschichten zählt:

Nicht nur zu  Weihnachtszeit,

eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art.

Der Klappentext:

„Mit „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ nimmt Heinrich Böll die restaurativen Tendenzen im Nachkriegsdeutschland satirisch aufs Korn. Im Mittelpunkt steht Tante Milla, Ehefrau des Onkels des Erzählers, die das Weihnachtsfest im ersten Nachkriegsjahr endlich wieder so feiern möchte wie vor dem Krieg. Leider verfällt sie daraufhin in den Wahn, fortan sei jeden Tag pünktlich um 18.30 Uhr Heiligabend, und hält daran über zwei Jahre fest.“

Witzig allemal, werde ich dieses Büchlein mit seinen gerade mal 88 Druckseiten wohl in kurzer Zeit durchgelesen haben, was aber auch nicht schlimm ist – kann ich mich doch so gleich wieder ganz gut an Böll’s Schreibstil gewöhnen….

Die Schuld des Neandertalers?

Manchmal frage ich mich schon, wo das noch hinführen soll:
Jeden Tag auf der Flucht – und das ohne Not: Ich als bekennender Morgenmuffel, der ich früher ganze Wochenenden im Bett verbringen konnte – ohne schlechtes Gewissen, obwohl es manch anderes zu tun gegeben hätte  – entwickele momentan geradezu eine Phobie gegen diese Lagerstätte.
Mehr als vier, viereinhalb Stunden schlafe ich meisst nicht.
Dazu noch ein kurzes Nickerchen vor dem Fernseher am späten Nachmittag.
Das reicht.
Mehr Schlaf brauche ich wohl nicht  – und länger liegen kann ich auch nicht.

Wobei ich nur vermuten kann, dass dieses  Phänomen wohl auch damit zusammenhängt, dass ich körperlich nicht wirklich ausgelastet bin zur Zeit.
Kein Treppauf, Treppab, kein erzwungenes Aufstehen um vier, keine langen Runden im Hamsterrad, kein ermüdendes Stehen im Hamburger Verkehrschaos.
Auch keine langen nächtlichen Grübeleien wie vor zwei Wochen noch….

Eigentlich ja gut, aber trotzdem kein Anlass, nicht länger im Bett bleiben zu können.
Wo es doch eigentlich ganz bequem wäre, da zu liegen – ob zum Lesen, Fernsehen oder Musik hören, Meditieren oder was auch immer.

Geht aber nicht.

Bleibt also als einzige Erklärung, dass es nun wohl beginnt mit den ersten Alterserscheinungen – Senile Bettflucht gehört ja auch dazu…
In vielfältigen Erscheinungsformen, wie man erfährt, wenn man das Thema mal kugelt, wozu ja reichlich Gelegenheit ist, wenn man ohnehin nicht schlafen kann.
Tausende von Websites gibt es dazu und  sicher genauso viele Erklärungen und Ratschläge.

Wovon mir diese  ja besonders gefällt:

„Forscher glauben, dass dies evolutionäre Bestimmung ist. Wenn vom Familienclan nämlich immer jemand wach ist, steht zumindest einer zum Alarmschlagen bereit, falls eine Gefahr droht. …..
Die Annahme lautet: In den späten Abend- und frühen Morgenstunden muss niemand zum Aufpassen eingeteilt werden, da entweder die Jungen oder die Alten ein Auge oder ein Ohr auf das nächtliche Geschehen haben. Das ist unserem Schlafbedürfnis zu verdanken, dass sich im Laufe unseres Lebens verändert. So klingt zumindest das Fazit einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Eine „steile“ These, fürwar!
Wenn die so stimmt, ist also der Neandertaler in mir Schuld daran, dass ich es nicht aushalte im Bett…

Wobei der natürlich nicht wissen kann, dass er mich völlig grundlos weckt, denn da ist niemand, den ich um die Zeit bewachen müsste.
Meine Liebste ist ja meist schon vor mir auf….

Aber –  wie eingangs erwähnt, bleibt da die Frage, wohin das noch führen wird?
Wenn ich jetzt schon jetzt – völlig grundlos – so wenig schlafe, was soll dann werden, wenn ich mal achtzig, neunzig oder gar hundert bin?
Brauche ich dann überhaupt noch ein Bett? Oder können wir den Platz andererweitig nutzen?
Und falls ja, für was?

Fragen über Fragen…..

Jetzt also!

Wie schrieb die Liebste vorhin:

„Vielleicht machen wir uns nachher noch auf, um nach einem Weihnachtsbaum zu gucken…. aber die Frage ist immer noch nicht entschieden 🙂“

Aber jetzt:

Allen Bedenken  und Schreckensbildern von Katzen in Christbaumspitzen, gefällten  Tannen und brennenden Fellnasenschwänzen zum Trotz scheint die Entscheidung nun gefallen!

Soeben hat  die Liebste unsere verbliebenen Kerzenhalter  und Christbaumkugeln zusammen gesucht, nachdem ich auf dem Weg zur Packstation bei unserem lokalen Weihnachtsgrünhändler einige zierliche und wirklich ansprechende Exemplare der Gattung Abies procera gesehen habe, nicht zu gross und nicht zu breit, so dass sie sogar in unser Wohnzimmerchen passen würden.

Also werden wir wohl dieses Jahr nach dem Motto „Versuch macht klug“, das erste mal seit Jahren wieder einen geschmückten Weihnachtsbaum haben und es bleibt abzuwarten, ob und wie lange der unbehelligt stehen bleibt, ohne als Katzenturngerät missbraucht zu werden. Zur Not muss er dann umziehen auf den Balkon, wenn der Stress zu gross wird.

Nicht für die Katzen, sondern für mich.

Also drückt uns die Daumen, dass der neue Mitbewohner vielleicht doch aushält bis „Knut

Hach

Was war das doch früher schön, als in der Weihnachtszeit der einzige Schmuck in Nachbars Garten aus einer Lichterkette bestand, die liebevoll um den verschneiten Tannenbaum im Vorgarten drapiert war . Dazu noch  – wie bei unseren Nachbarn – der Schwibbogen  im Wohnzimmerfenster und eine leise flackernde Kerze in jedem Fenster, das zur Strasse raus ging. Stimmungsvoll und Gemütlichkeit ausstrahlend war das damals bei uns auf dem Dorf schon einen Sensation.

Aber damit würde man heute wohl keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken. Aufrüstung – um nicht zu sagen: Wettrüstung – ist angesagt, wie schon vor Jahren in einer wunderbaren Folge der Stenkelfeld-Radio-Comedy karrikiert.
Bis zum Overkill der zusammenbrechenden Stromversorgung.

Klar, dass das Geblinke und die weihnachtliche Lichterketten-Orgie  vor dem eigenen Schlafzimmerfenster nicht allen gefällt – mir ja auch nicht.
Trotzdem würde ich wohl nicht zu derart radikalen Mitteln greifen wie in folgendem Video dokumentiert:

Aber meinen Respekt hat die alte Dame, die – Zivilcourage zeigend – ein Zeichen gegen den Weihnachts-Geblinke-Wahnsinn setzt.
Schade eigentlich nur, dass keiner ihr noch eine Leiter zur Verfügung gestellt hat.
Trotzdem, der gute Wille zählt – auch in der Weihnachtszeit 🙂

In diesem Sinne:

Euch allen ein schönes und geblinkefreies drittes Advents-Wochenende 🙂

Musik: Lina Maly

Wirklich gelungen ist das Debutalbum der gerade 21jährigen Lina Maly, das ich eher zufällig entdeckt habe.
Abwechslungsreiche Singer-Songwriter-Musik mit schönen Texten  und mit seinen Arrangements durchaus heraus stechend aus dem Einheitsbrei, der sonst gerade die deutschsprachige Musik dieses Genres prägt.


Nur zu Besuch

Besonders gelungen: die drei Akustik-Versionen am Ende des Albums, die einen wirklichen Hörgenuss darstellen, wobei der nachdenkliche Titel „Schön genug“ mein absolutes Highlight ist.

Wie immer führt ein Klick aufs Bild direkt zu Spotify

Dezemberlicht am Veringkanal

Gute Vorsätze sollte man ja in die Tat umsetzen – und so bin ich vorhin zu Fuss zu meinem Doktor gelaufen – immer in Etappen von 200-300 Schritten und zunehmend flüssiger, je länger ich unterwegs war. Immerhin hab ich meine Rezepte bekommen, aber natürlich war der Befund von letzter Woche noch nicht da, um dessen Willen ich eigentlich dahin wollte :-/

Deshalb habe ich mir dann überlegt, ich könne ja auf dem Rückweg noch einen kleinen Umweg am Kanal entlang drehen , um mein heutiges Trainingsprogramm noch ein wenig zu ergänzen:So war ich dann heute gute viereinhalb Kilometer unterwegs und habe auch gleich noch ein paar Bilder mitgebracht, weil gerade so ein schönes Dezemberlicht war: (Ihr kennt das: Klick ausfs Bild -> Bild gross 🙂 )

Die Soulkitchen-Halle, bekannt geworden durch den Film von Fatih Akin, danach kurzzeitig Eventhalle und Disco, dann von der Stadt wegen angeblicher Baufälligkeit geschlossen und für den Abriss bestimmt, steht nun seit sechs Jahren leer:

Kleine Idylle zwischendurch:

Blick von der Brücke an der Neuhöfer Strasse nach Norden:

und nach Süden – im Hintergrund der Wilhelmsburger Wasserturm:

Und natürlich die „Katzenkocherei“, hier schon mal Thema, eigentlich eine Fettraffinerie und wegen ihrer je nach Windrichtung abgesonderten, absonderlichen Düfte so genannt.
Aber selbst die wirkt in diesem Licht ganz ansehnlich:
Wilhelmsburger Industrieromantik halt 😎

Da ist mir allerdings der Blick von der Fussgängerbrücke auf  Wassersturm und  Wilhelmsburger Krankenhaus schon lieber: Immerhin ist es von da aus nicht mehr weit nach Hause – Fünfhundert Schritte hab ich gezählt …

Und ja, es ging ganz gut so, wenn ich auch meine Zeit für die Strecke gebraucht habe.
Aber das kann jetzt durchaus als Versuch für weitere Fotoexpeditionen in die nähere und weitere Umgebung durchgehen. Allemal, wenn das Licht so ist wie heute. 🙂

Selbstmotivation und Beschäftigungstherapie

Nachdem nun gestern auch die wesentlichen Punkte in Bezug auf meinen Job geklärt worden sind (sobald es geht: Wiedereinstieg über eine Wiedereingliederungsmassnahme, während der dann auch die weiteren Rahmenbedingungen fest gelegt werden), kommt nun die Phase meiner Beingeschichten, die sich erfahrungsgemäss als die am wenigsten einfache erwiesen hat:
Irgendwie muss ich es hin bekommen, regelmässig zu trainieren, damit meine schmerzfreie Gehstrecke grösser wird als die 150 Meter, die immer noch Stand der Dinge sind.

Dabei hat es sich ja auch beim letzten Mal schon als wenig motivierend erwiesen, immer nur im Kreis – und quasi ziellos – um den Block herum zu laufen, im Gegenteil war das eher frustrierend.
Einfacher ging es immer, wenn ich ein konkretes Ziel hatte oder eine nicht alltägliche Umgebung – wie damals in Leipzig, wo ich wirklich viel zu Fuss unterwegs war.
Aber Leipzig und die anderen Orte von Frau Momos Welttournee sind ja zum Glück  nun Geschichte, und so muss eine andere Lösung her:

Dabei bietet es sich  an, dass ich das Notwendige mit dem Nützlichen verbinde und zum Beispiel alle Einkäufe übernehme, die jetzt vor Weihnachten noch anfallen – soweit möglich zu Fuss, wenn ich die Sachen hier auf der Insel bekomme und die Einkäufe nicht all zu schwer sind, sonst halt mit dem Auto und dabei trotzdem bis an die Schmerzgrenze gehen.
Auch zum Doktor werde ich nachher laufen und damit mein heutiges Training absolvieren.

Ein weiteres Trainigsfeld findet sich hier in Haushalt, soweit ich dabei stehen muss.
Beispielweise beim Kochen, Betten machen, Wäsche aufhängen usw. – was auch ein Grund für meine aktuellen Küchenaktivitäten ist und gleichzeitig noch Spass macht. Wie gestern, als ich mal wieder ein altes Rezept aus unserem Küchenstudio „aufgewärmt“ habe:

Chili con Carne

Dafür hab ich nach meiner Rückkehr vom Gespräch in der Firma noch eingekauft und anschliessend eine gute Zeit in der Küche gestanden. Mit wirklich leckerem Ergebnis, dass nun gleich wieder für zwei Tage reicht. 🙂

Trotzdem wird das alles wohl noch nicht reichen.
Ich werde also überlegen müssen, wo sich noch Trainigsfelder finden, die ein „lohnendes“ Ziel bieten und genug Motivation um mit dem Hintern aus dem Sessel zu kommen.
Zum Glück habe ich ja dieses Mal ein Auto zur Verfügung, so dass ich bei der Auswahl meiner Ziele nicht nur auf unsere Insel beschränkt bin, sondern auch andere Orte ansteuern kann, die mir dann als Trainingsbasis dienen können…..

Für irgendwas muss es ja gut sein

Vorhin – im Parkhaus beim Biomarkt – sind wir über ein Schild gestolpert, dass wir beide in der Form auch zum ersten Mal gesehen haben:Reservierte extra breite Parkpplätze für ältere Menschen wie mich, nicht allzu weit von den Aufzügen entfernt.
Sicher ein gut gemeintes Angebot und durchaus der Nachahmung wert, so sich denn die anderen Autofahrer daran halten.

Aber dabei dürfte wohl ein ähnliches Problem auftauchen wie mit Mutter-Kind-Parkplätzen, denn solche breiten Parkbuchten sind ja immer ein gefundenes Fressen für die Fahrer extra breiter SUVs, denen sonst ein Verlassen ihrer Fahrzeuge kaum möglich ist, weil die Aussenmasse grösser sind als die Abmessungen der üblichen Stellflächen in Parkhäusern (wie wir auch vorhin beobachten konnten).

Trotzdem:
Ein nettes Angebot der Parkhausbetreiber – das auf alle Fälle 🙂