„Heute Vormittag bin ich …

„… über die abgeernteten Felder zur Kirche von Klabow gelaufen, die Hotelbesitzer haben den alten Holzengel mit dem pausbäckigen Gesicht restaurieren lassen, und ich wollte ihn mir ansehen. Emma hat immer behauptet, so wie der Engel hätten ihre Kinder ausgesehen, als sie klein waren. Der abblätternde Goldanstrich ist entfernt worden, die Holzfigur hat ihre Bemalung mit Pflanzenfarben zurückbekommen. Die Wurmlöcher hat der Restaurator versiegelt, nun sieht der Engel aus, wie er vor zweihundert Jahren ausgesehen haben mag, dick und rotbäckig, vergnügt auf den ersten Blick, aber dann sieht man die aufgerissenen Augen, den wie zum Schrei geöffneten kleinen Mund und fragt sich: Was hat der Engel gesehen? Was ist ihm geschehen?“

Dieses Buch liegt schon länger auf meinem „Lesestapel“, und nun ist wohl die Zeit, damit  zu beginnen, zumal es recht gut in den Kontext der Geschichten passt, die ich zuletzt gelesen habe:

Machandel,

der Erstlingsroman von Regina Scheer, ebenfalls im ländlichen Umfeld spielend, wenn auch diesmal im Mecklenburg zu Zeiten der DDR.
Der Klappentext ist schon mal viel versprechend und so bin ich gespannt, wie sich dieses Buch lesen wird:

„Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Roman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.“

Ich werde berichten….


Mein Fazit:

Ein absolut lesenswertes Buch, spannend bis zum Ende.
Und sicher ein Anlass, auch das nächste Buch der Autorin zu lesen, das im März nächsten Jahres erscheint.

4 Replies to “„Heute Vormittag bin ich …”

  1. Das ist eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Am Anfang ist es ein bisschen schwierig, sich die verschiedenen Personen, die pro Kapitel berichten, zu merken und die Zeitsprünge richtig einzuordnen. Das Buch ist sehr gut geschrieben, man kann sich richtig an das kleine Dorf gewöhnen, und die geschilderte Sicht der DDR-Bürger auf die Wende und die Zeit danach ist mal wieder sehr interessant und ganz anders als die westdeutsche Perspektive.

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