Alles wie gehabt

Nun ist also klar, wo der Hase im Pfeffer liegt  und im Grunde könnte ich diesen Beitrag genauso betiteln wie den, den ich vor etwas mehr als drei Jahren schrieb:

Es hätte schlimmer kommen können

Denn genau das gleiche ist passiert.
Wieder ist  ein Bypass zu, diesmal der auf der linken Seite. Und wieder ist es so, dass es realistischerweise kaum eine andere Möglichkeit gibt, als mit Infusionen, Schmerzmitteln und Gehtrainig zu versuchen, zurück zuf halbwegs erträglichen Laufstrecken zu kommen.
Denn einen erneuten Bypass zu legen könnte zwar möglicherweise kurzfristig helfen, würde aber die Lage deutlich verschlechtern, falls der dann auch wieder zu geht. Womit man durchaus rechnen muss, denn die Lebensdauer dieser Art von Bypässen beträgt in der Regel nicht mehr als vier bis sieben Jahre….
Es war also zu erwarten, was da nun passiert ist.

Immerhin – und auch da gleicht die aktuelle Lage der von vor drei Jahren – ist auch diesmal die Blutversorgung des Beines durch die Kollateralen, also die Oberflächen-Arterien so gut, dass mein Fuss nicht gefährdet ist, sondern lediglich die Lauffähigkeit eingeschränkt.

Nicht schön, aber dennoch besser als das, was es gestern auszuschliessen galt:
Einen Verschluss in höheren Regionen des Beines oder gar in der grossen Becken-Arterie.

Und so ist also jetzt auch klar, wie es weiter geht:
In den nächsten Tagen werde ich nochmal geplant ins Kankenhaus gehen, eine Infusionstherapie bekommen und mich anschliessend wieder in den Kreisverkehr begeben, wie auch vor drei Jahren schon mal. Möglicherweise auch mit einer Wiederholung in ein paar Wochen.
Eine Aufnahme gestern war ja nicht wirklich möglich, nachdem ich nach sieben Stunden Wartezeit in der Notaufnahme wahrscheinlich nur ein Bett auf dem Flur bekommen hätte.
Darauf habe ich lieber dankend verzichtet, denn der Zeitgewinn von ein paar Tagen hätte die damit verbundenen Unbequemlichkeiten nun wirklich nicht aufgewogen.
Dann lieber geplant und in Ruhe….

Offen ist jetzt aber noch die Frage, wie sich mein Arbeitgeber dazu stellen wird, wenn ich wieder ein paar Monate ausfalle.
Denn es steht ja noch eine Verlängerung meines Arbeitsvertrages aus, der ursprünglich so geschlossen war, dass er mit dem Monat meines sechzigsten Geburtstages endet -also Ende Dezember. (Das meinte ich, als ich neulich schrieb, dass einiges in die Schwebe geraten ist)
Darüber wird noch zu reden sein und ggf. auch eine andere Lösungsmöglichkeit zu suchen, wenn klar ist, ob und wann ich wieder arbeitsfähig bin.
Falls nicht, wird wohl auch das Thema Rente zur Diskussion stehen.

Aber schaunmermal.

Im Augenblick bin ich jedenfalls ganz zuversichtlich, dass sich auch da ein Weg findet.
So oder so.
Insofern war es auch gut, gestern Klarheit bekommen zu haben und zu wissen, wie nun die nächsten Schritte sein werden. Nicht leicht, aber zu bewältigen.
Und auch gut, dass ich dieses mal nicht alleine hier in Hamburg hocke, sondern dass meine Liebste mich begleiten und ggf. mit sanftem Nachdruck in den Kreisverkehr schicken wird, wenn es mir selbst  an Motivation mangelt.

Also werde ich mich heute mal um ein Bett im Krankenhaus bemühen und  – wenn das geklärt ist – nochmal bei meinem Doktor aufschlagen, um mit ihm das Weitere zu besprechen. Und nächste Woche dann das Gespräch mit meiner Firma suchen um auch hier schon etwas Klarheit zu bekommen.

Wie gesagt:
Es hätte schlimmer kommen können.

7 Replies to “Alles wie gehabt”

  1. Ein Bett auf dem Flur… das hätte gestern nach dem Wartemarathon gerade noch gefehlt…zumal diese Infusionsbehandlung ja nun nicht unbedingt sofort und auf der Stelle stattfinden muss. Ich hoffe jetzt erstmal, das ich die Tischbestellung für übernächsten Samstag nicht stornieren muss. Toll ist das zwar alles nicht, aber ich sehe es wie Du… es hätte schlimmer kommen können. Also nehmen wir es jetzt wie es ist und machen das Beste draus

  2. Das Beste draus machen, ich denke, dass ist das einzig vernünftige in solchen Situationen. Und vor allem, Prioritäten setzen. Erst einmal wirklich gesund (oder so gesund wie möglich) und dann weitersehen. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und dass du gut wieder auf die Beine kommst.

  3. Ja, es hätte alles viel schlimmer kommen können. Du nimmst es an, wie es ist, und machst das Beste draus. Ich finde das gut, weil es nur so besser werden kann. Für alles andere finden sich Lösungen.
    Wie Karin schon schrieb: Komm wieder gut auf die Beine, lieber Herr Momo. Und verlier nicht die Geduld.

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